Ehrung der Kammersieger im AWZ-Bau in Kreuztal-Fellinghausen

Wenn erfolgreiche Sportler in Wettkämpfen zu Höchstleistungen auflaufen, haben sie dafür meist hart trainiert. Denn von nichts, kommt auch nichts. So heißt das Sprichwort. Wer seine Aufgaben zur vollsten Zufriedenheit aller ausführen und vielleicht sogar zu den Besten zählen möchte, der muss sich dafür anstrengen, lernen und trainieren. Wie auch Julius Aßmann (Zimmerei Winter GmbH, Lennestadt), der kürzlich bei der Ehrung der Kammersieger im Aus- und Weiterbildungszentrum (AWZ) Bau in Kreuztal-Fellinghausen geehrt wurde. Mit gerade einmal 19 Jahren hat sich der Geselle im Zimmererhandwerk den ersten Platz als Kammersieger geholt. Timo Hölterhoff (2. Kammersieger im Zimmererhandwerk, Häner Zimmerei + Hausbau GmbH, Wenden), Marco Will (1. Kammersieger Straßenbauhandwerk, Straßen- und Tiefbau GmbH, Kirchhundem), Stevy Zießow (2. Kammersieger im Straßenbauerhandwerk, Otto Schneider, Wilnsdorf), Phillipp Dietrich (1. Kammersieger im Beton- und Stahlbetonbauerhandwerk, Otto Quast Bauunternehmung GmbH & Co. KG, Siegen), Kim Böhl (2. Kammersieger im Maurerhandwerk, H. Saßmannshausen, Bad Berleburg-Richstein) haben bei der Handwerkskammer Südwestfalen am Wettbewerb teilgenommen und sehr gute Leistungen gezeigt. Bei der Handwerkskammer Koblenz haben Stephan Georg (1. Kammersieger im Beton- und Stahlbetonbauerhandwerk, Fa. Fritz Meyer GmbH, Altenkirchen) sowie Niklas Hilkhausen (3. Kammersieger im Zimmererhandwerk, Fingerhut-Haus GmbH, Neunkhausen) am kammerwettbeweb teilgenommen. Alle anwesenden Kammersieger erhielten einen Pokal, eine  mit ihrem Namen eingravierte Wasserwaage von Horst Grübener, Geschäftsführer des AWZ-Bau, dem Obermeister der Bauinnung Westfalen-Süd, Stephan Hundhausen und dem Obermeister der Zimmererinnung, Matthias Dickel überreicht. Sie lobten in ihren Grußworten die ausgezeichnete Arbeit der jungen Gesellen und sprachen ihnen ihre hohe Anerkennung für die handwerklichen Leistungen aus.

Was aber bringt junge Menschen dazu, sich nach ihrer Gesellenprüfung über ein gewöhnliches Maß zu engagieren und zu präsentieren? So wie es Julius Aßmann und die anderen Kammersieger gemacht haben. Zählten sie schon in ihrer Schulzeit zu den Überfliegern und brachten nur beste Noten mit nach Hause? Bei Julius Aßmann war die Leidenschaft im Fach Mathematik schon während der Hauptschule in Kirchhundem gegeben. „Früher war ich schon in Mathe der Beste in unserer Klasse“, erzählte der gerade einmal 19-Jährige. Als es „damals“ um die Berufswahl ging, war noch nicht klar, dass er in die Fußstapfen seines Vaters gehen wollte. Sein Vater Christoph ist Zimmerermeister und leitet die Zimmerei Aßmann in Kirchhundem. „Ich wurde weder von meinen Eltern gezwungen, noch gebeten, diesen Beruf zu ergreifen“, so der Kammersieger. Daher nutze er durch ein schulisches Praktikum im Christlichen Jugenddorf Olpe die Möglichkeit, die Gewerke Garten-Landschaftsbau im Metallbau und in der Tischlerei/Schreinereihandwerk genauer kennenzulernen. Der Werkstoff Holz hatte es ihm schließlich angetan. Der Geruch, das Gefühl den nachwachsenden Werkstoff mit den eigenen Händen und Werkzeugen zu verarbeiten, fesselte ihn. Dann kam die Ausbildung. In der Berufsschule sei er nicht so der Beste gewesen. Doch das räumliche Vorstellungsvermögen und die handwerkliche Arbeit lagen ihm umso mehr. „Meine Werkstücke sollten immer schöner und genauer werden. Da habe ich mich ordentlich reingehängt“, erzählt Julius Aßmann. Drei Jahre dauerte seine Ausbildung. Drei Jahre, in denen er viel gelernt hat, immer besser werden wollte. Auch Ralf Meding, Ausbilder im Zimmererhandwerk im AWZ Bau erkannte die gute Arbeit des Azubis. „Herr Meding schlug vor, sich für den Kammerwettbewerb anzumelden“, erinnert sich Julius Aßmann. Was er da noch nicht wusste: zwei seiner Azubikollegen hatten die gleiche Idee. Der Termin in Arnsberg rückte immer näher und Julius Aßmann bereitete sich bestens auf diesen Tag vor. „Als ich durch die Türe im Prüfungsgebäude bin, war die erste Hürde schon genommen. Doch ich war schon ein wenig nervös“, erinnert sich Aßmann. Als er die Wettbewerbsaufgaben erhielt und sich die technische Zeichnung angeschaut hatte, meinte er kurz nach dem Frühstück zu Ralf Meding, der zugleich auch im Prüfungsausschuss ist, er wisse nicht, ob er es schaffen würde. Doch nach der Mittagspause war dieser Ausspruch Geschichte. Alle Arbeiten liefen dem jungen Mann locker von der Hand und sein Modell, einem ungleichgeneigten Walmeck mit zwei schrägen Flugsparren und Klauenschifter, fertigte er in der vorgegeben Zeit von 8 Stunden an.

Text und Fotos: Kai Osthoff

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