134 junge Menschen starten Ausbildung im Bauhandwerk

  • Die neuen Auszubildenden im Bauhandwerk. Sie starteten kürzlich ihre überbetriebliche Ausbildung im AWZ Bau in Kreuztal-Fellinghausen.

 

AWZ Bau begrüßt neue Auszubildende – Straßenbau besonders gefragt – Nachwuchs erhält Einblick in den Leistungswettbewerb

Kreuztal. Der Start ins Berufsleben ist für 134 junge Menschen in diesem Jahr eng mit dem Bauhandwerk verbunden. Mit Beginn der überbetrieblichen Ausbildung 2026 hat das Aus- und Weiterbildungszentrum Bau (AWZ Bau) in Kreuztal-Fellinghausen seine neuen Auszubildenden begrüßt. Bei der kürzlich stattgefundenen Einführungsveranstaltung konnten die Jugendlichen gemeinsam mit ihren Erziehungsberechtigten und Vertretern ihrer Ausbildungsbetriebe das Zentrum und ihre künftigen Ausbilder kennenlernen.

Das Einzugsgebiet des AWZ Bau reicht dabei über die Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe hinaus. Auch Zimmerer-Auszubildende aus dem Kreis Hagen absolvieren ihre überbetriebliche Ausbildung in Kreuztal.

Besonders groß ist in diesem Jahr wieder das Interesse am Straßenbau. 55 junge Menschen haben sich für eine Ausbildung im Straßenbauerhandwerk entschieden. Hinzu kommen 17 Betonbauer und Stahlbetonbauer*innen, vier Fliesen-, Platten- und Mosaikleger*innen, 18 Maurer*innen, 26 Zimmerer*Zimmerinnen und drei Auszubildende die auf Grund ihrer Vorbildung direkt im 2. Ausbildungsjahr starten konnten. Auch für elf dual Studierende begann in diesem Jahr bereits Anfang Juni der Einstieg in das Bauingenieurwesen. Sechs von ihnen kommen aus dem gewerblichen Bereich, fünf absolvieren parallel die Ausbildung zum Bautechnischen Konstrukteur beziehungsweise zur Bautechnischen Konstrukteurin. Sie starteten mit einem achtwöchigen Grundlehrgang im AWZ Bau.

Für die Ausbildung zum Straßenwärter beziehungsweise zur Straßenwärterin liegen derzeit weitere 19 Anmeldungen des Landesbetriebs Straßenbau NRW und der Autobahn GmbH vor.

„Wir brauchen Handwerker“, sagt Heiko Schmid, Geschäftsführer des AWZ Bau. Der Bedarf an Fachkräften sei angesichts des hohen Sanierungsbedarfs generell und gerade offensichtlich bei Straßen, Brücken und Autobahnen weiterhin groß. „Was wir derzeit an der A45 sehen, ist nur ein Beispiel dafür, welche Aufgaben vor uns liegen“, so Schmid.

Während die Ausbildungszahlen im Zimmererhandwerk stabil sind und der Straßenbau erneut deutlich nachgefragt wird, stellt sich die Situation für die Ausbildungsbetriebe insgesamt zunehmend schwieriger dar. Die heimischen Unternehmen berichten von weniger Bewerbungen als in den vergangenen Jahren. Die Sicherung des Fachkräftenachwuchses bleibt damit eine zentrale Aufgabe für das regionale Bauhandwerk.

Um dem Rückgang bei den Bewerberzahlen entgegenzuwirken, gehen Unternehmen zunehmend neue Wege. Dazu gehören auch internationale Ausbildungsprojekte. So beteiligen sich Betriebe aus der Region unter anderem an dem Projekt „Internationale Ausbildung“ des Kreises Siegen-Wittgenstein sowie am Projekt Global Skills Partnership (GSP). Das von den Bauverbänden NRW e. V. gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) gGmbH entwickelte Projekt beschäftigt sich mit der Entwicklung legaler und fairer Wege für die Gewinnung von Fachkräften und Auszubildenden aus Ghana und Senegal für das deutsche Baugewerbe.

Nachwuchs erlebt den Wettbewerb hautnah

Wie vielfältig die beruflichen Perspektiven im Handwerk sein können, zeigte sich den neuen Auszubildenden bereits bei ihrer Begrüßung. Parallel zur Einführungsveranstaltung fand der Kammerwettbewerb der Zimmerer im AWZ Bau statt. Fünf Gesellinnen und Gesellen aus dem Kammerbezirk Südwestfalen traten dabei gegeneinander an und stellten ihr fachliches Können unter Beweis. Jannik Schneider aus Reichshof, von der Firma Hausbau Langer GmbH in Wenden-Gerlingen, hat das Rennen um den Einzug in den Landeswettbewerb für sich entschieden. Auf den 2. Platz kam Linus Marcel Alte aus Nachrodt-Wiblingwerde, von der Firma Holzbau Stricker GmbH & Co. KG, Iserlohn. Den 3. Platz belegte Jakob Stimpel aus Herscheid, von der Zimmerei Stefan Kaufmann, Herscheid.

Für die Berufsanfänger war der Wettbewerb zugleich ein Blick in die Zukunft. Der Kammerwettbewerb ist die erste offizielle Wettbewerbsstufe der Deutschen Meisterschaft im Handwerk – German Craft Skills, die früher unter dem Namen „PLW – Profis leisten was“ bekannt war. Die besten Nachwuchskräfte messen sich zunächst auf Ebene der Handwerkskammern und können sich anschließend für die weiteren Wettbewerbsstufen qualifizieren.

„Für unsere neuen Auszubildenden ist es interessant zu sehen, wohin der Weg führen kann“, sagt Schmid. „Eine Ausbildung im Handwerk ist weit mehr als der Einstieg in einen Beruf. Wer Engagement zeigt und sein Handwerk beherrscht, dem stehen viele Türen offen.“

Mit dem neuen Ausbildungsjahr beginnt für die jungen Menschen damit nicht nur ein neuer Lebensabschnitt. Sie werden zugleich zu einem wichtigen Teil des Fachkräftenachwuchses, den die regionale Bauwirtschaft dringend benötigt.

Die überbetrieblichen Ausbildungslehrgänge des AWZ Bau werden mit finanzieller Unterstützung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie – aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages -, das Land Nordrhein-Westfalen und die Europäische Union durchgeführt.

Text und Bilder: AWZ Bau

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