Drei Landessieger und ein Landesbester im AWZ Bau geehrt Junge Toptalente im Bauhandwerk nehmen an Deutscher Meisterschaft in Berlin teil

 

Kreuztal. Freude im heimischen Bauhandwerk: Vier junge Handwerksgesellen aus unterschiedlichen Berufsfeldern, die allesamt ihre überbetriebliche Ausbildung im Aus- und Weiterbildungszentrum Bau (AWZ Bau) in Kreuztal absolviert haben, konnten den Leistungsvergleich auf Landesebene für sich entscheiden. Sie gehören damit zu den Toptalenten des Handwerks in NRW und wurden in einer kleinen Feierstunde in Kreuztal-Fellinghausen für ihre Leistung geehrt.  

„Wir freuen uns sehr, dass wir auch in diesem Jahr wieder solch erfolgreiche junge Menschen dabeihaben, die im Landesvergleich derart gut abgeschnitten haben. Herzlichen Glückwunsch! Das ist eine super Leistung“, eröffnete Heiko Schmid, Technischer Geschäftsführer des AWZ Bau, die Veranstaltung.

Bestleistungen in vier Gewerken

Im NRW-weiten Vergleich der Leistungen aus der Gesellenprüfung lag Max Beichler (Straßenbauer, Otto Quast Bauunternehmen GmbH & Co. KG) ganz vorn: der Junghandwerker aus dem Kammerbezirk der IHK Siegen wurde zum Landesbesten 2022 gekürt. Aaron Masuch (Maurer, Arns Bau GmbH, Wenden), Samuel Schießl (Zimmerer, Ewald Sahm GmbH, Burbach) und Nikolas Koch (Stuckateur, Theo + Guido Hesse GmbH, Olpe) konnten sich im direkten Leistungswettbewerb des deutschen Handwerks in ihren Gewerken durchsetzen und wurden jeweils zum Landessieger NRW ausgezeichnet.  Damit zogen sie automatisch das Ticket für die deutschen Meisterschaften in Berlin, bei denen sich die 16 besten Junghandwerkerinnen und Junghandwerker aus ganz Deutschland auf Bundesebene messen. Die Wettbewerbsvorbereitungen absolvierte Aaron Masuch in den „heimischen Hallen“ im AWZ Bau. Hier standen seine Ausbilder mit Rat und Tat zur Seite. Für Nikolas Koch und Samuel Schießl ging es jeweils zum externen Vorbereitungstraining.

 

Deutschlands bester Handwerksnachwuchs misst sich in Berlin

 

Thomas Rademacher, Ausbilder im Maurer- und Stuckateurhandwerk erläuterte noch einmal, was beim Leistungswettbewerb auf Bundesebene in Berlin auf die Junghandwerker zukommt und resümiert: „Das werden drei harte Tage, an denen man alles geben muss. Aber auch jetzt habt ihr bereits Besonderes geleistet. Die Vorbereitungen sind vielversprechend und die Motivation sehr hoch. Am Wettbewerbstag kommt natürlich auch Nervosität hinzu. Hier braucht man Selbstvertrauen und das nötige Quäntchen Glück.“ Zur moralischen und seelischen Unterstützung wird Thomas Rademacher die Jungs nach Berlin begleiten. Ausbilder Ralf Meding erklärt, wie der Wettbewerb im Zimmererhandwerk abläuft. „Bei den Zimmerern geht es oftmals um spektakuläre Dachkonstruktionen. Was hier verlangt wird, überschreitet teilweise Meisterniveau. An Tag 1 geht es überwiegend um die Planung und Zeichnung. Hier ist für die Zuschauer noch nicht viel zu sehen. Umso spannender wird es dann an Tag 3. Dann sieht man das Ergebnis und es zeigt sich, ob wirklich alles passt. Aber unabhängig davon, wie es in Berlin läuft: Dass wir hier vier junge Menschen stehen haben, die zu den Besten in ganz Deutschland gehören, ist einfach spitze“, so Ralf Meding, Fachbereichsleiter Ausbildung und duales Studium.

„Ihr zeigt die Leistungsfähigkeit des Handwerks in der Region“

Auch der Vorstandsvorsitzende des AWZ Bau und Obermeister der Bauinnung Westfalen-Süd, Stephan Hundhausen, ließ es sich nicht nehmen, den jungen Handwerkern persönlich zu gratulieren: „Herzlichen Glückwunsch! Das war bis hierher eine großartige Handwerksleistung, die Sie gezeigt haben. Dazu gehört ein gewisser Ehrgeiz. Ihre Leistungen zeigen auch stellvertretend die Leistungsfähigkeit unserer Handwerksbetriebe in der Region. Wir sind eine starke Handwerksregion. Daran ist auch das AWZ Bau maßgeblich beteiligt. Mein Dank geht heute auch an die Familien, Ausbilder und die Ausbildungsbetriebe, denn die haben Sie begleitet, Ihr Talent erkannt und gefördert. Nutzen Sie Ihr Talent auch weiterhin – besonders in der Berufsentwicklung im Handwerk – denn Sie sind das Aushängeschild für unsere Region.“

Abschließend überreichen Heiko Schmid sowie Obermeister Stephan Hundhausen (Bauinnung) und stellv. Obermeister Georg Sting (Zimmerer-Innung) den erfolgreichen jungen Männern einen personalisierten gläsernen Pokal und einen hochwertigen Akkuschrauber als Anerkennung für die herausragende Leistung. Freudestrahlend nahmen die jungen Männer die Geschenke entgegen.

 

Text und Bilder: Rebecca Dalhoff

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Leistungswettbewerb im Handwerk: 7 Kammersieger im AWZ Bau geehrt

Kreuztal. Auch in diesem Jahr haben die frischgebackenen Gesellen, die im Aus- und Weiterbildungszentrum Bau (AWZ Bau) in Kreuztal-Fellinghausen ihre überbetriebliche Ausbildung absolviert haben, Top-Prüfungsleistungen abgelegt. Insgesamt sieben junge Handwerksgesellen konnten nun im Rahmen einer kleinen Feierstunde als Kammersieger geehrt werden.

Im Beisein von Ausbildungsbetrieben, Ausbildern, Vertretern der heimischen Bau- und Zimmerer-Innung sowie Eckhard Vetter, dem Obermeister der Straßenbauer-Innung Südwestfalen aus Iserlohn, konnte erstmals Heiko Schmid, Geschäftsführer des AWZ Bau, sieben junge Männer zum Kammersieg beglückwünschen. Der Erfolg war in diesem Jahr so groß wie noch nie: Fünf Gesellen aus fünf unterschiedlichen Gewerken belegten jeweils den ersten Platz beim Leistungswettbewerb auf Kammerebene. Zwei weitere Gesellen belegten jeweils den zweiten Platz in ihrem Gewerk. Als Anerkennung bekamen die jungen Fachkräfte einen gläsernen Pokal und eine große personalisierte Wasserwaage überreicht. „Auch die Betriebe haben ihre Auszubildenden immer sehr gut unterstützt und gefördert. Durch dieses Engagement haben sie den Grundstein für den Erfolg gelegt und diese hervorragenden bisherigen Leistungen mit ermöglicht. Deshalb geht mein Dank auch besonders an die Firmenvertreter“, betont Heiko Schmid.

 

„Wir werden auf diejenigen angewiesen sein, die handwerklich etwas können“

Auch Stephan Hundhausen, Obermeister der heimischen Bauinnung, die gemeinsam mit der Zimmerer-Innung Westfalen-Süd Träger des Aus- und Weiterbildungszentrums Bau ist, gratulierte den Kammersiegern: „Sie können sehr stolz auf sich sein. Sie haben Ihre Gaben eingesetzt und hervorragende Prüfungsleistungen abgelegt. Dass jedes Jahr Kammersieger aus den Reihen des AWZ Bau hervorgehen, ist auch eine Auszeichnung für die Ausbilder des AWZ, bei denen ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken möchte. Ich bin stolz, Vorstandsvorsitzender eines solch tollen Aus- und Weiterbildungszentrums zu sein.“ Der Kammersieg sei der erste Schritt für den jungen Berufsnachwuchs, auf dem nun aufgebaut werden könne. „Wir werden in Zukunft in Deutschland mehr denn je auf diejenigen angewiesen sein, die handwerklich etwas können und sich engagieren. Sie, liebe Kammersieger, sind wichtig, Sie werden gebraucht – auch und besonders in Krisenzeiten“, so Stephan Hundhausen abschließend. Matthias Dickel, Obermeister der heimischen Zimmerer-Innung, beglückwünschte die erfolgreichen jungen Gesellen ebenfalls und betonte die Attraktivität eines Handwerksberufs.

 

Leistungswettbewerbe auf Landesebene stehen kurz bevor

Die Kammersieger wurden auf Basis der Noten aus der praktischen Gesellenprüfung ermittelt. Für die Erstplatzierten geht es nun in den nächsten Tagen weiter mit den Leistungswettbewerben ihrer einzelnen Gewerke auf Landesebene. Mit allen Erstplatzierten aus den verschiedenen Kammerbezirken in NRW müssen sie sich dann in einem direkten Wettbewerb messen und eine praktische Aufgabe erfüllen. Die Ausbilder des AWZ Bau fördern die Teilnahme am Leistungswettbewerb und bereiten die frischgebackenen Gesellen mit einem eigenen Trainingsprogramm bestmöglich vor. Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren und die Vorfreude, wie auch die Anspannung steigen. Nicht nur bei den jungen Gesellen, sondern auch bei den Ausbildern, die mit Herzblut bei der Sache sind und entsprechend mitfiebern. Thomas Rademacher, Ausbilder im Maurer- und Stuckateur-Handwerk gibt den jungen Gesellen mit auf den Weg: „Ihr müsst an euch glauben, nicht aufgeben und das machen, was ihr könnt. Seid mit Lust, Laune und Herzblut dabei, dann könnt ihr nur gewinnen!“

 

Die Kammersieger im Überblick – darunter vier duale Studenten

 1. Kammersieger:

Aaron Masuch, Maurer (Arns Bau GmbH Wenden)
Tom Kneppe, Straßenbauer (Heinrich Weber, Siegen)
David Sabisch, Beton- und Stahlbetonbauer (W. Hundhausen, Siegen)
Samuel Schießl, Zimmerer (Ewald Sahm GmbH, Burbach)
Nikolas Koch, Stuckateur (Theo + Guido Hesse GmbH, Olpe)

 2. Kammersieger

Manuel Schneider, Maurer (Andre Kaufmann, Wenden)
Julian Engel, Straßenbauer (Beck Tiefbau GmbH, Olpe)

 

 

Text und Bild: Rebecca Dalhoff

Nachwuchssicherung in der Bauwirtschaft mit 171 neuen Auszubildenden

Kreuztal.  Zur überbetrieblichen Ausbildung konnte Heiko Schmid, Geschäftsführer des AWZ Bau, 22 Maurer, eine Maurerin, 19 Beton- und Stahlbetonbauer, eine Beton- und Stahlbetonbauerin, 46 Straßenbauer, zwei Straßenbauerinnen, 28 Zimmerer, zwei Zimmerinnen, 10 Fliesen-, Platten- und Mosaikleger, zwei Gleisbauer, einen Stuckateur sowie zwei Feuerungs- und Schornsteinbauer begrüßen. Im Rahmen der Einführungsveranstaltung bekamen die neuen Auszubildenden mit ihren Eltern die Möglichkeit, vorab das Zentrum sowie ihre Ausbilder kennenzulernen. Auch überregional wird im AWZ Bau ausgebildet, denn für die Zimmerer-Auszubildenden aus dem Kreis Hagen führt der Weg ebenfalls nach Kreuztal. Anfang Juni startete bereits eine Gruppe von 35 Dual Studierenden, 18 im gewerblichen Bereich, darunter zwei Beton- und Stahlbetonbauerinnen sowie acht Bauzeichner und neun Bauzeichnerinnen mit einem achtwöchigen Grundlehrgang im Rahmen ihres Dualen Studienganges Bauingenieurwesen. Somit haben im Ausbildungsjahr 2022 insgesamt 171 junge Menschen ihren Werdegang zu einer Fachkraft in der Bauwirtschaft eingeschlagen. Im Vergleich zum Vorjahr, in dem das AWZ Bau die höchsten Ausbildungszahlen in diesem Jahrtausend verzeichnen konnte, bedeutet dies nochmals einen Anstieg um 13 Prozent.

 

Text und Foto: AWZ Bau

Bewegender Generationswechsel im AWZ Bau:

Horst Grübener übergibt Geschäftsführung und symbolischen Schlüssel des neuen Verwaltungsgebäudes an Judith Hamers und Heiko Schmid

Für die Festlichkeiten, die am vergangenen Freitag im AWZ Bau in Kreuztal-Fellinghausen stattfanden, gab es gleich drei Gründe: Nach rund 25 Jahren Tätigkeit im AWZ Bau wurde Horst Grübener im Beisein von rund 140 geladenen Gästen aus Politik, Handwerk und Gesellschaft als Geschäftsführer verabschiedet. Gleichzeitig wurden Judith Hamers als kaufmännische Leiterin und Heiko Schmid als technischer Leiter und somit als neues Geschäftsführungsteam begrüßt. Sie bekamen von Horst Grübener symbolisch den Schlüssel zum neuen Verwaltungs- und Schulungsgebäude überreicht, das damit seine offizielle Einweihung feierte.

Horst Grübener als Macher und Mensch hinterlässt große Fußstapfen

Neben musikalischen und künstlerischen Darbietungen füllten drei Grußworte sowie eine Festrede das Programm, durch das Moderatorin Ayla Pilli gekonnt führte. Die Redner Stephan Hundhausen als Vorstandsvorsitzender des AWZ Bau, Fabian Bräutigam, Geschäftsführer Recht und Berufsbildung der Handwerkskammer Südwestfalen (HWK SWF), Klaus Gräbener, Hauptgeschäftsführer der IHK Siegen und Hermann Schulte-Hiltrop, Hauptgeschäftsführer der Bauverbände NRW e.V., waren sich einig: Neben der Fachkompetenz ist es ganz besonders der Mensch Horst Grübener, der die vergangenen 25 Jahre im AWZ Bau so erfolgreich machte.

In seiner Begrüßung beschrieb Stephan Hundhausen Horst Grübener, der meist mit dem Rad von Salchendorf nach Fellinghausen zur Arbeit fährt, wie folgt: “Sie sind Sportler, Leiter, Vater und Nachfolger. Das sind die Rollen in Ihrem Leben. Als Sportler sind Sie fit, diszipliniert und ehrgeizig. Als Leiter haben Sie eine außerordentlich hohe Führungsfähigkeit bewiesen. Sie sind ein Teamplayer. Als Vater und Großvater sind Sie stolz. Familie ist Ihnen besonders wichtig. Doch auch außerhalb der Familie waren Sie oft Vaterfigur und haben vielen jungen Menschen den Weg durch die Ausbildung geebnet. Dabei haben Sie stets den Menschen gesehen. Durch Ihren Glauben wussten Sie immer, dass im AWZ Bau Ihr vorbestimmter Platz ist. Sie haben das AWZ Bau sowohl qualitativ als auch wirtschaftlich zum Schmuckstück unserer Bauinnung gemacht.“

Mit Blick auf die Vita von Horst Grübener bezeichnete Fabian Bräutigam ihn als einen „Highperformer“. Er sei ein unermüdlicher Kämpfer für die Berufsbildung, ein verlässlicher Netzwerkpartner und ein angenehmer Mensch. Das AWZ Bau sei eine Lebensader für das Handwerk in der Region, denn die Ausbildung vor Ort sei überlebenswichtig. Im Gepäck hatte der Geschäftsführer der HWK SWF die silberne Ehrennadel, die Reiner Gerhard, Vize-Präsident der HWK SWF für die Arbeitgeberseite, Horst Grübener als Anerkennung für sein Engagement überreichte.

Auch Klaus Gräbener lobte: „Das AWZ Bau ist ein bildungspolitischer Player, der aus der Region nicht mehr wegzudenken ist. Das ist Ihr Verdienst. Das ist Ihre Lebensleistung, auf die Sie stolz sein können. Das, was besonders in Erinnerung bleiben wird, ist Ihr Umgang mit Menschen. Sie sind fair, aber auch fordernd, um das Potenzial aus Ihrem Gegenüber herauszukitzeln. Dabei verlieren Sie aber nie den Menschen aus dem Blick und sind durch das Vorleben Ihrer Werte selbst das beste Vorbild.“ Gleichzeitig lobte er die sehr gute Zusammenarbeit aller Akteure. Es gebe keine institutionellen Eitelkeiten. Der Mensch und die Sache ständen stets im Mittelpunkt. Das sei das Werk einer ganzen Region, zu dem Horst Grübener einen wesentlichen Anteil beigetragen habe.

Hermann Schulte-Hiltrop ließ in seiner Festrede unter anderem die Entwicklung des AWZ Bau vom ehemaligen einfachen Lehrbauhof zu einer gefragten und modernen Bildungsstätte Revue passieren und betonte, dass es nicht nur um Aus- oder Weiterbildung gehe, sondern auch um Charakterbildung.

Neue Zimmermannskluft für (Un)Ruhestand 

Eines der Geschenke, die Horst Grübener bei seiner bewegenden Abschiedsfeier überreicht bekam, war eine nagelneue Zimmermannskluft. Darüber freute sich der gelernte Zimmerermeister besonders und betrat in seiner neuen Zunftkleidung stolz und gerührt ob der vielen wertschätzenden Worte die Bühne. „Ich kann das alles nur an die Kolleginnen und Kollegen weitergeben. Wir haben einfach ein super Team, deshalb sind wir so stark. Ich bin vor 25 Jahren aus Berufung hier ins AWZ Bau gekommen. Ich wusste immer: Hier gehöre ich hin. Ich habe das als ein anvertrautes Gut wahrgenommen, das ich heute gerne wieder zurückgebe. Die Pflicht ist erfüllt, nun kann die Kür kommen. Wenn ich gebraucht werde, bin ich gerne da. Wenn nicht, halte ich mich zurück“, so der 62-jährige.

 Judith Hamers und Heiko Schmid bilden die neue Geschäftsführung

Sie treten in große Fußstapfen: Judith Hamers als kaufmännische Geschäftsführerin und Heiko Schmid als technischer Geschäftsführer. Laufen gelernt haben die beiden Nachfolger von Horst Grübener aber schon, denn seit 2020 gehören beide bereits zum Team. Somit hatten sie ausreichend Zeit für eine gute Einarbeitung und eine reibungslose Übergabe der Geschäftsführung. Diese zwei Jahre, in denen sie beide mit Horst Grübener gemeinsam arbeiten konnten, seien ein großes Glück gewesen, so Judith Hamers. Die 47-Jährige aus Milchenbach im Sauerland ist Diplom-Betriebswirtin und war vor ihrem Eintritt ins AWZ als Auditorin/Qualitätsmanagerin bei der IAV in Gifhorn und danach bei SIEGENIA sowie im Berufsbildungszentrum der IHK Siegen als Leitung der kaufmännischen Bildung und Projekte tätig. „In der heutigen Welt gibt es nur noch wenig Verlässliches. Wir müssen für die Jugendlichen ein verlässlicher Ort sein und ihnen zeigen: Ihr seid großartig“, beschreibt Judith Hamers, die inzwischen in Siegen wohnt, ihr Ziel für die Zukunft.

Heiko Schmid ist gelernter Zimmerer und Straßenbauermeister und wohnt in Haiger-Rodenbach. Nach eigenen Angaben hat er selbst viele Weiterbildungen im AWZ absolviert und sei schon immer sehr gerne nach Kreuztal-Fellinghausen gekommen. Nachdem der 41-Jährige einige Jahre Berufserfahrung in Zimmerer- und Straßenbauunternehmen sammeln konnte, war er zuletzt als Sicherheitsbeauftragter, Ausbilder, Disponent und Bauleiter im Tiefbauunternehmen Karl Fey in Haiger-Allendorf angestellt.

Stephan Hundhausen begrüßte das neue Geschäftsführungsteam: „Sie treten in große Fußstapfen. Aber der Vorstand ist überzeugt: Sie machen das und gehen Ihren Weg. Wir werden Ihnen den Rücken stärken und wünschen Ihnen Gottes Segen und alles Gute.“

 Neues Verwaltungs- und Schulungsgebäude

Das AWZ Bau hat sich in den vergangenen Jahrzehnten von einem anfänglichen Lehrbauhof zu einem zertifizierten und seit Jahren bundesweit tätigen Aus- und Weiterbildungszentrum entwickelt. Im neuen Ausbildungsjahr 2022 konnte das AWZ Bau eine Rekordzahl von 171 neuen Auszubildenden begrüßen. Um auch langfristig gut aufgestellt zu bleiben und die wachsende Nachfrage bedienen zu können, haben die ersten Überlegungen zum Neubau eines Verwaltungs- und Schulungsgebäudes bereits im Jahr 2017 begonnen. Darauf folgten die Koordinierung mit Fördergeldgebern und Gutachten bis schließlich im Dezember 2019 der Zuwendungsbescheid kam. Nach der anschließenden intensiven Planungsphase konnte mit dem Neubau im Januar 2021 begonnen werden. Die geschätzten Kosten für das gesamte Bauvorhaben von etwa 1,6 Millionen Euro wurden am Ende sogar leicht unterschritten. 65 Prozent der Summe konnte mit Mitteln aus Bund (Bundesministerium für Bildung und Forschung) und Land (NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales) gefördert werden. Der Einzug in das neue Verwaltungs- und Schulungsgebäude erfolgte planmäßig. Damit konnten auf rund 450 Quadratmetern neue Räumlichkeiten mit modernster Ausstattung erschlossen werden. Anschließend wurde das zuvor als Bürogebäude genutzte Wohnhaus abgerissen und zur Parkplatzfläche umfunktioniert. Neben der räumlichen Kapazitätsgrenze war auch die schlechte bauliche Substanz der Grund, warum eine Sanierung im Bestand wirtschaftlich nicht sinnvoll gewesen wäre.

 

Text und Bilder: Rebecca Dalhoff
Bild Gebäude: Carsten Schmale

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Telefon: 02732 2794-3
Fax: 02732 2794-56
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92 Prüflinge feiern erfolgreichen Abschluss der Aus- und Weiterbildung

Kaan-Marienborn. Bei der diesjährigen Abschlussfeier des Aus- und Weiterbildungszentrums Bau (AWZ Bau, Kreuztal), konnten sich insgesamt 70 Facharbeiter, Gesellinnen und Gesellen sowie 22 Meister über ihre bestandenen Prüfungen freuen. In der festlich geschmückten Weißtalhalle in Kaan-Marienborn feierten sie im Beisein von Familie und Firmenvertretern diesen Meilenstein ihrer Karriere im Bauhandwerk.

Was in den letzten zwei Jahren pandemiebedingt nicht möglich war, konnte nun endlich wieder in angemessenem Rahmen gefeiert werden: Der erfolgreiche Abschluss der Aus- und Weiterbildung der Prüflinge des AWZ Bau. Organisiert wurde die große Abschlussfeier im Auftrag der beiden Träger-Innungen des AWZ Bau – der Zimmer-Innung sowie der Bauinnung Westfalen-Süd – der Handwerkskammer Südwestfalen sowie der Industrie- und Handelskammer Siegen. Moderatorin Ayla Pilli eröffnete den Abend mit den Worten: „Sie haben es geschafft und trotz schwieriger Bedingungen nicht aufgegeben. Darauf können Sie besonders stolz sein.“ Zum Einstieg gab es eine Fotoshow mit Impressionen aus der Ausbildungszeit sowie vom Prüfungstag. Fotos von allen Prüflingen mit selbst gewählten und zum Teil amüsanten Zitaten rund ums Handwerk sorgten für den ein oder anderen Lacher im Publikum.

Aus- und Weiterbildung unter widrigen Bedingungen

Nachdem Matthias Dickel, Obermeister der Zimmerer-Innung Westfalen-Süd, die zahlreichen Gäste offiziell begrüßt hatte, zeigte der Kurzfilm „der Wunsch“ ein Szenario, das für viele Jugendliche in den letzten zwei Jahren zur Realität wurde: Viele Erlebnisse einer normalen Jugend blieben den jungen Menschen verwehrt. Darauf bezugnehmend ging Horst Grübener, Geschäftsführer des AWZ Bau, in seinem anschließenden Impuls auf die coronabedingt erschwerten Bedingungen der Ausbildung ein und dankte den beteiligten Akteuren: „Ich möchte mich bedanken bei den Unternehmen. Echte Leitungskompetenz wird erst sichtbar, wenn ein Sturm aufzieht. Sie haben Ihre Unternehmen durch die Wellen manövriert und sich nicht unterkriegen lassen. Das zeigt, wie robust das deutsche Handwerk ist. Auch den Ausbilderinnen und Ausbildern in den Betrieben und bei uns im AWZ Bau danke ich von Herzen. Sie haben sich durch all die pandemiebedingten Regeln und Vorschriften nicht aus der Ruhe bringen lassen, haben Ihren Schützlingen vorgelebt, wie man mit Herausforderungen umgeht. Sie waren in all der Zeit als Kompass und Begleiter wichtiger denn je für die Auszubildenden. Sie sorgen für die Zukunft des Handwerks.“ Vor allem für die Prüflinge fand Horst Grübener lobende Worte. „Vor Ihnen, liebe Auszubildende und Meisterschüler, möchte ich mich innerlich verbeugen. Sie hatten in den letzten zwei Jahren besonders schwierige Umstände. Haben trotz Masken, Abstand und Ausfallzeiten durch Quarantäne ihr Ziel nicht aus den Augen verloren. Das war absolut vorbildlich. Gott segne Sie und das ehrbare Handwerk.“

Mehr Wertschätzung für das Handwerk

Unter den Ehrengästen, die sich in der Weißtalhalle eingefunden hatten, war auch Christoph Ewers, Bürgermeister der Gemeinde Burbach. In seinem Grußwort gratulierte er den Facharbeitern, Gesellinnen und Gesellen sowie den frischgebackenen Meistern und betonte die Wichtigkeit von Wertschätzung gegenüber dem Handwerk. „Fachpersonal wie Sie wird händeringend gesucht. Sie sind sozusagen eine gefährdete Art“, machte Christoph Ewers die Auswirkungen des Fachkräftemangels im Handwerk deutlich. „Es ist immer noch ein Kampf gegen das Image. Das Handwerk ist attraktiv und die Chancen hervorragend. Das zu vermitteln, wird die Aufgabe der nächsten Jahre sein. Hier braucht es unbedingt gesellschaftliches Umdenken und mehr Wertschätzung für das Handwerk. Doch Bewusstsein wandelt sich nur langsam. Heute stehen Sie verdient im Rampenlicht und können diese bedeutende Station Ihres beruflichen Lebenswegs feiern.“

„Wir schaffen Bauwerke, die Bestand haben“

Wie wichtig neben dem individuellen Engagement auch Teamwork ist, zeigten einige Auszubildende des ersten Lehrjahrs: Unter dem Motto „Wir bauen Brücken“ errichteten sie in wenigen Minuten gemeinsam eine freitragende Brücke auf der Bühne. Die jungen Auszubildenden unterschiedlicher Gewerke und AWZ Bau-Ausbilder Frank Bäumer ließen dabei ihre Hände sprechen und brauchten dafür nicht mehr als Holz und einige Baustellenutensilien. Horst Grübener teilte passend zu der eindrucksvoll gezeigten Gemeinschaftsarbeit seine Gedanken zum Thema „Sehnsucht – Visionen – Erfüllung“ und resümierte: „Wir schaffen Bauwerke, die Bestand haben.“

Daniela Tomczak: „Sie haben eine goldene Zukunft“

Beeindruckt vom schnellen Brückenbau zeigte sich auch Daniela Tomczak, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Siegen, die nach eigener Aussage die jungen Auszubildenden auf ihrem Heimweg nach Iserlohn am liebsten direkt mit zur Talbrücke Rahmede genommen hätte. In ihrer Festrede brachte sie ihre Anerkennung für das Handwerk zum Ausdruck: „Ich bewundere, was Handwerkerinnen und Handwerker erschaffen können. Wir sind heute gekommen, um Sie zu feiern. Ihr Abschluss ist eine wunderbare Grundlage für Ihre Zukunft. Nun stehen Ihnen Tür und Tor offen.“ Daniela Tomczak betonte jedoch auch, wie wichtig es für die Zukunft sei, mehr junge Menschen vom Handwerk zu überzeugen. Schon jetzt sei der Fachkräftemangel groß und auch die Zahl der offenen Ausbildungsstellen, für die es keine Bewerber*innen mehr gebe, spreche eine eindeutige Sprache. Mit Stichtag 1. 8. blieben im Kreis Siegen-Wittgenstein 234 und im Kreis Olpe 167 Ausbildungsstellen unbesetzt. Deshalb appellierte sie auch an die jungen Fachkräfte, Werbung für ihr Gewerk zu machen: „Sie sind die besten Werbeträger für Ihren Beruf!“ Es gelte, Vorurteile gegenüber dem Handwerk abzubauen und das Handwerk durch Praktika und persönlichen Kontakt zu jungen Menschen wieder erlebbar zu machen. „Ohne das Handwerk geht Deutschland zugrunde. Fachkräfte wie Sie sind heiß begehrt. Sie haben eine goldene Zukunft vor sich. Ich bin stolz auf Sie und Sie selbst können es auch sein. Ich wünsche Ihnen beruflich wie privat alles Gute, viel Glück und Freude“, so Daniela Tomczak abschließend.

Beton- und Stahlbetonbauerin und Zimmerer blicken zurück

Bevor es zum langersehnten Programmpunkt aller Prüflinge kam – der Übergabe der Zeugnisse und Gesellenbriefe – ließen zwei duale Studierende ihre Ausbildung ganz persönlich Revue passieren. Antonia Germann, die im Rahmen eines dualen Studiums eine Ausbildung zur Beton- und Stahlbetonbauerin absolviert hat, hat das AWZ Bau als eine Brücke in der Pandemie empfunden. In Zeiten, in denen Kontakte nur sehr eingeschränkt möglich und Uni-Vorlesungen nur online stattfanden, sei die Zeit im AWZ Bau sehr wichtig für sie gewesen. Auch Tom Clemens absolviert ein duales Studium und hat sich im Rahmen dessen für eine Ausbildung zum Zimmerer entschieden. Anfangs habe es viele neue Eindrücke und Aufgaben gegeben. Schnell habe er gemerkt, welche Tätigkeiten er mag oder auch nicht, erinnert er sich an den Beginn seiner Ausbildung. Rückblickend betrachtet sei die Zeit aber doch schnell vergangen. „Nun können wir uns endlich mit Stolz Gesellin und Geselle nennen. Unser Dank geht besonders an das Team des AWZ Bau und an die Betriebe“, so Antonia Germann und Tom Clemens.

Sechs „Prüfungsbeste“ ausgezeichnet

Insgesamt feierten 70 Gesellen und Facharbeiter ihre bestandene Prüfung, darunter auch 15 Absolventen, die im Rahmen des dualen Studiengangs „Bauingenieurwesen“ ihre Gesellenbriefe erhielten. Die einzige duale Studentin und frischgebackene Beton- und Stahlbetonbauergesellin ist Antonia Germann (Fritz Meyer GmbH, Altenkirchen). Paula Fabri (Straßen- und Tiefbau GmbH, Kirchhundem) hat als einzige junge Frau die Ausbildung zur Straßenbauerin erfolgreich abgeschlossen. Unter großem Applaus des Publikums nahmen 15 Straßenbauer, 17 Beton- und Stahlbetonbauer, drei Hochbaufacharbeiter (Fachrichtung Beton- und Stahlbetonbau), 13 Maurer, drei Fliesen-, Platten- und Mosaikleger und 18 Zimmerer ihre Zeugnisse und Gesellenbriefe nach drei Jahren Ausbildungszeit entgegen. Ebenso freute sich Timm Kern als Tiefbaufacharbeiter (Fachrichtung Straßenbau) über die bestandene Prüfung. Auch den 22 Meisterschülern im Straßenbauerhandwerk war die Freude ins Gesicht geschrieben.

Besonders erfreulich ist, dass auch in diesem Jahr insgesamt sechs Mal die Auszeichnung „Prüfungsbester“ vergeben werden konnte. Diese Auszeichnung wird demjenigen erteilt, der die Note „sehr gut“ in dem einen und mindestens die Note „gut“ in dem anderen Prüfungsteil (praktisch bzw. theoretisch) erreicht hat.

In diesem Jahr sind „Prüfungsbeste“:

Max Beichler (Straßenbauer)

Ausbildungsbetrieb: Otto Quast GmbH & Co. KG, Siegen

Tom Kneppe (Straßenbauer, dualer Student)

Ausbildungsbetrieb: Heinrich Weber GmbH, Siegen

David Sabisch (Beton- und Stahlbetonbauer)

Ausbildungsbetrieb: W. Hundhausen GmbH, Siegen

Tim Bernshausen (Beton- und Stahlbetonbauer)

Ausbildungsbetrieb: Otto Quast GmbH & Co. KG, Siegen

Samuel Schießl (Zimmerer)

Ausbildungsbetrieb: Ewald Sahm GmbH, Burbach

Jannik Auth (Straßenbauermeister)

Betrieb: Ferdinand Auth Tiefbau GmbH, Kalbach

 

Die fünf Gesellen und der Straßenbauermeister erhielten für ihre hervorragende Leistung jeweils eine Medaille mit Gravur bzw. einen gläsernen Pokal (Prüfungsbester der Meisterschüler) sowie ein Präsent.

 

[Text und Bilder: Rebecca Dalhoff]                                              [Bilder zum Vergrößern bitte anklicken!]

Die Zukunft des Handwerks und ihre Herausforderungen: NRW-Arbeitsminister Laumann zu Gast im AWZ Bau in Kreuztal

 

Kreuztal. Im Rahmen der von der CDU ausgerufenen „Woche des Handwerks“ hat NRW-Minister Karl-Josef Laumann gemeinsam mit der CDU-Landtagsabgeordneten Anke Fuchs-Dreisbach, Ministeriumsmitarbeiterin Kathrin Müller aus dem Referat „Duale Ausbildung“ sowie weiteren Vertretern von CDU und CDA (Christlich Demokratische Arbeitnehmerschaft) aus der Region das Aus- und Weiterbildungszentrum (AWZ) Bau in Kreuztal besucht. Im Dialog zwischen NRW-Arbeitsminister Laumann und den Vertretern des heimischen Handwerks ging es vor allem um die Frage, wie jungen Menschen der Zugang zum Handwerk geebnet werden kann. Hier sei dringender Handlungsbedarf geboten: Nach Meinung aller Beteiligten ist der Nachwuchs- und Fachkräftemangel die größte Herausforderung der Zukunft im Handwerk.     

Bei seinem Besuch in Kreuztal-Fellinghausen konnte sich Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, ein Bild von den modernen Ausbildungsbedingungen im AWZ Bau machen. Nicht ohne Grund ist das bauhandwerkliche Bildungszentrum über die Regionsgrenzen hinaus gefragt und lockt Meisterschülerinnen und -schüler sogar bundesweit zur Weiterbildung nach Kreuztal. Träger des Aus- und Weiterbildungszentrums sind die Bauinnung Westfalen-Süd und die Zimmerer-Innung Westfalen-Süd. Neben den Vertretern der beiden Trägerinnungen freute sich auch Stefan Simon, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Westfalen-Süd, über die Möglichkeit des Austausches.

Verknüpfung von Praxis und digitaler Technik

AWZ Bau-Geschäftsführer Horst Grübener stellte Karl-Josef Laumann in einem Rundgang die verschiedenen Fachbereiche vor. So ging es für den Minister durch die Beton- und Stahlbetonbauhalle, zu den Auszubildenden im Maurerhandwerk, über die Außenbaustelle des Straßenbauerhandwerks und schließlich in die Werkstatthallen der angehenden Zimmerer. Dabei bekam der Minister, der selbst gelernter Maschinenschlosser ist, einen Einblick in die praktischen Arbeiten der Auszubildenden und den mittlerweile selbstverständlichen Einsatz digitaler Technik im Bauhandwerk. Auf dem 11.000 m² großen Areal mit 4.000 m² Ausbildungs- und Schulungsräumen sowie Außenbaustellen zeigten sich die Nachwuchshandwerker professionell im Umgang mit Materialien und digitaler Technik. Insgesamt werden im AWZ Bau aktuell rund 350 junge Menschen vom ersten bis zum dritten Lehrjahr ausgebildet.

Handwerk ist zentrale Säule der Wirtschaft

Anschließend kamen die Vertreter aus Politik und Handwerk im Schulungsraum des Neubaus des AWZ Bau zum Gespräch zusammen. Erst Ende 2021 ist das neue Schulungs- und Verwaltungsgebäude, das vom Bund mit 45 Prozent und dem Land mit 20 Prozent gefördert wurde, bezogen worden. In ihren Begrüßungsworten betonte die gelernte Schornsteinfegerin Anke Fuchs-Dreisbach MdL (CDU) die Wichtigkeit des Handwerks: „In NRW haben wir 190.000 Handwerksunternehmen. Damit ist das Handwerk eine zentrale Säule unserer Wirtschaft. Auch in der Pandemie konnten wir uns auf das Handwerk verlassen. Nun müssen wir uns fragen: Wie decken wir den Bedarf an Arbeitnehmern in Zukunft?“ Neben den aktuellen Herausforderungen steigender Energie- und Rohstoffpreise sowie der Materialknappheit, sei das die drängendste Frage der Zukunft, so die Landtagsabgeordnete aus Bad Berleburg.

Eintauchen in die Welt des Handwerks

Karl-Josef Laumann brachte das veränderte Berufswahlverhalten auf den Punkt: „Zu meiner Schulzeit machten nur elf Prozent der Schülerinnen und Schüler Abitur. Heute sind es 50 Prozent. Es ist gut, dass heutzutage der Schulabschluss grundsätzlich nicht mehr abhängig vom Milieu des Elternhauses ist. Aber wir müssen jungen Menschen zeigen, dass auch die duale Ausbildung erstrebenswert und für die Gesellschaft von gleicher Bedeutung ist. Denn ohne gewerbliche Berufe und damit auch ohne Handwerk und Industrie, werden wir keine gute Zukunft haben.“ Man müsse über die zentrale Frage sprechen, wie man jungen Menschen einen besseren Einblick in die Handwerksberufe geben könne, so der 64-jährige. „Denn nur, wer auch die Welt des Handwerks kennt, kann für sich eine richtige Entscheidung treffen.“

Arbeitsvolumen in Zukunft gigantisch

Die Fachkräftesicherung sei die größte Aufgabe der Zukunft für einen Arbeitsminister. „Wir müssen uns überlegen, wie wir es schaffen, dass die Produktion in Deutschland gehalten werden kann und es auch in Zukunft genügend Leute dafür gibt.“ Die Pandemie und aktuell auch der Krieg in der Ukraine zeigen, dass das wirtschaftspolitische Ziel die Unabhängigkeit im Bereich Rohstoffe und Verarbeitung sein müsse. Dazu brauche man Handwerk und Industrie mehr denn je. Nach Einschätzung des Ministers wird das Arbeitsvolumen im Bauhandwerk auch in Zukunft gigantisch sein. „Wir brauchen das Bauhandwerk dringend, um die Klimaziele erreichen zu können. Es gibt unter anderem unheimlich viele Aufgaben, wenn es um Gebäudesanierung und auch erneuerbare Energien geht.“

Regionale Herausforderungen

Harald Görnig (CDU), Obermeister der Metalltechnik-Innung Westfalen-Süd, machte außerdem klar, vor welchen Herausforderungen das Handwerk hier in der Region steht: „Das Handwerk macht so viel Spaß und bietet jungen Menschen – egal ob mit Abitur, Mittlerer Reife oder Förderschulabschluss – vielfältige Möglichkeiten. Wichtig ist aber, dass die Berufsschulklassen auch hier im ländlichen Raum bleiben und nicht aufgrund der nicht erreichten Mindestanzahl von Schülerinnen und Schülern verlegt werden. So entstehen sehr weite Wege, die junge Menschen in unserer Region – insbesondere aus den Dörfern – nicht bewältigen können. Die Entscheidung für einen anderen Beruf ist dann vorprogrammiert. Bus und Bahn fahren hier nicht rund um die Uhr und ohne Führerschein ist man regelrecht aufgeschmissen. Die Berufsschule muss für junge Menschen aber gut erreichbar sein.“ Auch kleine Berufsschulklassen müssten deshalb möglich sein, fordert der Obermeister.

Zudem machte Fliesenlegermeister und Vorstandsmitglied der heimischen Bauinnung, Michael Bär, auf die Hürden im Rahmen der Beschäftigung von Menschen mit Migrationshintergrund aufmerksam. „Hier sind praktikable Vorgehensweisen hinsichtlich Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis sowohl für Arbeitgeber als auch -nehmer gefragt.“ fordert der Unternehmer, der im Jahr 2021 den Integrationspreis erhalten hat.

Text und Bilder: Rebecca Dalhoff

2 Toptalente im AWZ Bau geehrt – Beton- und Stahlbetonbauer belegen 1. und 2. Platz in NRW

Kreuztal. Auch in diesem Jahr gehen zwei Toptalente aus den Reihen des Aus- und Weiterbildungszentrums Bau (AWZ Bau) in Kreuztal hervor: Felix Althaus aus Wilnsdorf belegt den ersten und Finn Niklas Klappert aus Siegen den zweiten Platz im Landesvergleich ihres Gewerks.

Im Beisein von Ausbildungsbetrieben, Ausbildern und Vertretern der Bauinnung Westfalen-Süd, konnte Horst Grübener, Geschäftsführer des AWZ Bau, die beiden dualen Studenten und frischgebackenen Beton- und Stahlbetonbauer-Gesellen, die ihre überbetriebliche Ausbildung in den Werkstätten in Kreuztal absolviert haben, beglückwünschen: Felix Althaus (Fa. Otto Quast, Siegen) ist in diesem Jahr Landesbester in seinem Gewerk (IHK) und Finn Niklas Klappert (Fa. W. Hundhausen, Siegen) belegte den zweiten Platz im Leistungswettbewerb des deutschen Handwerks auf Landesebene.

Volle Punktzahl in der praktischen Prüfung


Da aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie ein separater Leistungswettbewerb in Präsenz nicht möglich war, wurden zur Ermittlung der Landessieger die Ergebnisse der Gesellenprüfung zugrunde gelegt. Hier konnten die beiden dualen Studenten sowohl auf theoretischer als auch auf praktischer Ebene überzeugen. Finn Niklas Klappert erreichte in der praktischen Prüfung sogar mit 100 Punkten die volle Punktzahl. „Das hat es hier in über 20 Jahren noch nicht gegeben. Normalerweise findet man immer etwas, wofür ein Punkt abgezogen wird. Das ist einfach spitze“, freut sich der zuständige Meister Falko Erpel über die sagenhafte Leistung seines Schützlings.

 

Spitzenleistungen lassen sich nicht einbremsen

„Spitzenleistungen lassen sich nicht einbremsen. Das habt ihr eindrucksvoll bewiesen. Obwohl Corona uns nach wie vor an vielen Stellen im Alltag einbremst, habt ihr eure Leistungen souverän abrufen können. Denn ihr hattet ein Ziel. Wir freuen uns sehr, dass ihr euch davon nicht abbringen lassen habt und gratulieren euch ganz herzlich zu eurem Erfolg. Eure Motivation kommt von innen heraus, weil ihr etwas sehr Wichtiges für den Beruf mitbringt: Eure Leidenschaft. Wir wünschen euch, dass ihr euch diese Motivation und Leidenschaft erhaltet, auch wenn es einmal Schwierigkeiten geben sollte“, so Horst Grübener, Geschäftsführer des AWZ Bau. Als Vorstandsvorsitzender des AWZ Bau und als Obermeister der heimischen Bauinnung ließ es sich auch Stephan Hundhausen nicht nehmen, den beiden erfolgreichen jungen Männern zu gratulieren.

 

Dank an Ausbilder und Betriebe

Das Besondere: Finn Niklas Klappert hat seine Ausbildung zum Beton- und Stahlbetonbauer in der Firma W. Hundhausen absolviert. Dementsprechend konnte Stephan Hundhausen seinen eigenen Gesellen beglückwünschen. „Durch Ihr Engagement, Ihren Ehrgeiz und Ihre Lernbereitschaft haben Sie bewiesen, dass man sehr viel erreichen kann. Das Handwerk hat Zukunft und es bietet viele Möglichkeiten, denn Handwerksleistungen sind international gefragt. Ihr Erfolg steht auch für die sehr gute Ausbildung, die Ihnen nicht nur Ihre Betriebe, sondern auch das AWZ Bau geboten haben. Daher geht mein Dank auch an die Ausbilder und hier besonders an Falko Erpel, der den jungen Menschen mit Respekt begegnet, sie motiviert und zu Bestleistungen führt“, so der Obermeister.

 

Beton spielt wichtige Rolle in der Region

 Stephan Hundhausen betonte zudem die Wichtigkeit von Beton als Baustoff. „Wir in der Region haben eine besondere Bindung zum Beton. Der Beton- und Stahlbetonbau ist wichtig für unser Land, die Region und die Betriebe. Eine moderne Industriegesellschaft funktioniert sonst nicht“, machte er deutlich. Im Namen der Bauinnung und des AWZ Bau überreichten Stephan Hundhausen und Horst Grübener den erfolgreichen jungen Männern einen gläsernen Pokal und einen hochwertigen Akkuschrauber als Wertschätzung für die besondere Leistung. Freudestrahlend nahmen die beiden jungen Männer die Geschenke entgegen.

 

Leidenschaft für Baustelle entfacht

Wie es nun für die beiden weitergeht, wissen die erfolgreichen Beton- und Stahlbetonbauer schon genau. Während Felix Althaus sein Studium beendet und nebenher als assistierender Bauleiter tätig ist, hat Finn Niklas Klappert die Leidenschaft für die praktische Arbeit auf der Baustelle entdeckt und sich für eine Laufbahn als Baustellen-Führungskraft entschieden. „Es macht einfach Spaß und man ist stolz, wenn man am Ende des Tages sieht, was man mit eigenen Händen geschaffen hat. Auf der Baustelle trägt man viel Verantwortung, muss immer wieder neue praktische Lösungen finden und den Überblick bewahren. Diese Komplexität wird oftmals unterschätzt“, so der junge Siegener.

 

Text und Bild: Rebecca Dalhoff

5 Kammersieger im AWZ Bau geehrt – Frischgebackene Gesellen zeigen hervorragende Ausbildungsleistungen

Kreuztal. Zur Freude des Aus- und Weiterbildungszentrums Bau (AWZ Bau) in Kreuztal-Fellinghausen schlossen fünf frischgebackene Gesellen ihre praktischen Abschlussprüfungen mit Topergebnissen ab und konnten nun im Rahmen einer kleinen Feierstunde als Kammersieger geehrt werden.
Im Beisein von Ausbildungsbetrieben, Ausbildern, Vertretern der heimischen Bau- und Zimmererinnung sowie Eckhard Vetter, dem Obermeister der Straßenbauer-Innung Südwestfalen aus Iserlohn, konnte Horst Grübener, Geschäftsführer des AWZ Baus, fünf junge Männer zum Kammersieg beglückwünschen. Als Anerkennung bekamen die jungen Fachkräfte einen gläsernen Pokal und eine große personalisierte Wasserwaage überreicht. Aufgrund der Corona-Pandemie ist die Leistung in diesem Jahr auf Basis der Noten aus der praktischen Gesellenprüfung ermittelt worden. Der in der Regel alljährliche Leistungswettbewerb konnte in diesem Jahr leider nicht stattfinden.

„Wir brauchen Top-Nachwuchskräfte wie euch“

Dass in diesem Jahr die Leistung nicht innerhalb eines Wettbewerbs ermittelt wurde, schmälert den Erfolg keineswegs. Denn auch die Noten der praktischen Gesellenprüfung spiegeln eure hervorragenden Leistungen wider. Und für die Herausforderungen, vor denen wir stehen, brauchen wir dringend motivierte junge Leute mit entsprechendem Know-how. Mit anderen Worten: Top-Nachwuchskräfte wie euch“, betont Obermeister der Zimmerer-Innung Westfalen-Süd Matthias Dickel. Ralf Meding, Fachbereichsleiter Aus- und Weiterbildung sowie Ausbilder im Zimmererhandwerk, ergänzt: „In der Gesellenprüfung konntet ihr euer Können abrufen und habt eine außerordentliche Leistung erbracht. Ihr seid die Besten im ganzen Kammerbezirk. Macht weiter so!“ Die fünf Kammersieger, die sich im kammerweiten Vergleich ihres Gewerks einen Podestplatz sichern konnten, haben in den Werkstätten in Kreuztal-Fellinghausen ihre handwerklichen Fähigkeiten in der überbetrieblichen Ausbildung gelernt und in Vorbereitung auf die Prüfung weiter perfektioniert. „Auch die Betriebe haben ihre Auszubildenden immer sehr gut unterstützt und gefördert. Durch dieses Engagement haben sie den Grundstein für den Erfolg gelegt und diese hervorragenden Leistungen ihrer Schützlinge mit ermöglicht. Deshalb geht mein Dank auch besonders an die Firmenvertreter!“ Für die Ermittlung des Landessiegers werden ebenfalls die Noten der praktischen Gesellenprüfung herangezogen und verglichen. Nur der Leistungswettbewerb auf Bundesebene wird voraussichtlich stattfinden und die jungen Nachwuchshandwerker bekommen die Möglichkeit, sich im direkten Vergleich zu messen.

„Das Handwerk ist wichtiger Bestandteil des Wirtschaftslebens“

Stephan Hundhausen, Obermeister der heimischen Bauinnung, die gemeinsam mit der Zimmererinnung Westfalen-Süd Träger des erfolgreichen Aus- und Weiterbildungszentrums Bau ist, sagte: „Ich bin stolz, Vorstandsvorsitzender eines solch tollen Aus- und Weiterbildungszentrums zu sein. Dass hier jedes Jahr aufs Neue derart erfolgreiche junge Menschen hervorgebracht werden, zeigt, dass hier eine grundlegend sehr gute Arbeit mit einem motivierten Team geleistet wird. Sie, liebe Ausbilder, sind sehr gut darin, Wissen zu vermitteln.“ Außerdem brach Stephan Hundhausen eine Lanze für das duale Ausbildungssystem und warnte vor einer „falschen Akademisierung“. „Ihnen, liebe Kammersieger, gratuliere ich ganz herzlich. Zum einen zu Ihrer Entscheidung, eine Ausbildung im Handwerk zu machen und zum anderen dazu, dass Sie mit Ihren Leistungen ganz vorne dabei sind. Bei allem Wandel werden die Grundfähigkeiten, die Sie hervorragend erlernt haben, auch in Zukunft gefragt sein.“ Er betonte, dass die Wirtschaft ohne die Handwerksbetriebe nicht an dem Punkt stehen würde, wo sie steht. „Das Handwerk ist ein wichtiger Bestandteil des Wirtschaftslebens und wird dies auch in Zukunft prägen“, so der Obermeister.

Die Kammersieger im Überblick
 Straßenbauer

Nico Kneppe, Netphen

2. Kammersieger, Straßenbauer (Heinrich Weber Straßen- und Tiefbau, Siegen)

                                              

Beton- und Stahlbetonbauer

Finn Niklas Klappert, Siegen

1. Kammersieger, Beton- und Stahlbetonbauer (W. Hundhausen GmbH, Siegen)

Mohnnad Alkanaan, Dillenburg

2. Kammersieger, Beton- und Stahlbetonbauer (GÜNTHER GmbH + Co. KG Bauunternehmen, Netphen)

 

Zimmerer

Felix Kolb, Kreuztal

1. Kammersieger, Dualer Student Zimmerer, (Büdenbender Hausbau GmbH, Netphen)

Konrad Torben Melcher, Hilchenbach

3. Kammersieger (nach verkürzter Ausbildungszeit), Zimmerer (Holzbau Matthias Dickel, Bad Berleburg)

 

Text und Bilder: Rebecca Dalhoff