Die Zukunft des Handwerks und ihre Herausforderungen: NRW-Arbeitsminister Laumann zu Gast im AWZ Bau in Kreuztal

 

Kreuztal. Im Rahmen der von der CDU ausgerufenen „Woche des Handwerks“ hat NRW-Minister Karl-Josef Laumann gemeinsam mit der CDU-Landtagsabgeordneten Anke Fuchs-Dreisbach, Ministeriumsmitarbeiterin Kathrin Müller aus dem Referat „Duale Ausbildung“ sowie weiteren Vertretern von CDU und CDA (Christlich Demokratische Arbeitnehmerschaft) aus der Region das Aus- und Weiterbildungszentrum (AWZ) Bau in Kreuztal besucht. Im Dialog zwischen NRW-Arbeitsminister Laumann und den Vertretern des heimischen Handwerks ging es vor allem um die Frage, wie jungen Menschen der Zugang zum Handwerk geebnet werden kann. Hier sei dringender Handlungsbedarf geboten: Nach Meinung aller Beteiligten ist der Nachwuchs- und Fachkräftemangel die größte Herausforderung der Zukunft im Handwerk.     

Bei seinem Besuch in Kreuztal-Fellinghausen konnte sich Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, ein Bild von den modernen Ausbildungsbedingungen im AWZ Bau machen. Nicht ohne Grund ist das bauhandwerkliche Bildungszentrum über die Regionsgrenzen hinaus gefragt und lockt Meisterschülerinnen und -schüler sogar bundesweit zur Weiterbildung nach Kreuztal. Träger des Aus- und Weiterbildungszentrums sind die Bauinnung Westfalen-Süd und die Zimmerer-Innung Westfalen-Süd. Neben den Vertretern der beiden Trägerinnungen freute sich auch Stefan Simon, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Westfalen-Süd, über die Möglichkeit des Austausches.

Verknüpfung von Praxis und digitaler Technik

AWZ Bau-Geschäftsführer Horst Grübener stellte Karl-Josef Laumann in einem Rundgang die verschiedenen Fachbereiche vor. So ging es für den Minister durch die Beton- und Stahlbetonbauhalle, zu den Auszubildenden im Maurerhandwerk, über die Außenbaustelle des Straßenbauerhandwerks und schließlich in die Werkstatthallen der angehenden Zimmerer. Dabei bekam der Minister, der selbst gelernter Maschinenschlosser ist, einen Einblick in die praktischen Arbeiten der Auszubildenden und den mittlerweile selbstverständlichen Einsatz digitaler Technik im Bauhandwerk. Auf dem 11.000 m² großen Areal mit 4.000 m² Ausbildungs- und Schulungsräumen sowie Außenbaustellen zeigten sich die Nachwuchshandwerker professionell im Umgang mit Materialien und digitaler Technik. Insgesamt werden im AWZ Bau aktuell rund 350 junge Menschen vom ersten bis zum dritten Lehrjahr ausgebildet.

Handwerk ist zentrale Säule der Wirtschaft

Anschließend kamen die Vertreter aus Politik und Handwerk im Schulungsraum des Neubaus des AWZ Bau zum Gespräch zusammen. Erst Ende 2021 ist das neue Schulungs- und Verwaltungsgebäude, das vom Bund mit 45 Prozent und dem Land mit 20 Prozent gefördert wurde, bezogen worden. In ihren Begrüßungsworten betonte die gelernte Schornsteinfegerin Anke Fuchs-Dreisbach MdL (CDU) die Wichtigkeit des Handwerks: „In NRW haben wir 190.000 Handwerksunternehmen. Damit ist das Handwerk eine zentrale Säule unserer Wirtschaft. Auch in der Pandemie konnten wir uns auf das Handwerk verlassen. Nun müssen wir uns fragen: Wie decken wir den Bedarf an Arbeitnehmern in Zukunft?“ Neben den aktuellen Herausforderungen steigender Energie- und Rohstoffpreise sowie der Materialknappheit, sei das die drängendste Frage der Zukunft, so die Landtagsabgeordnete aus Bad Berleburg.

Eintauchen in die Welt des Handwerks

Karl-Josef Laumann brachte das veränderte Berufswahlverhalten auf den Punkt: „Zu meiner Schulzeit machten nur elf Prozent der Schülerinnen und Schüler Abitur. Heute sind es 50 Prozent. Es ist gut, dass heutzutage der Schulabschluss grundsätzlich nicht mehr abhängig vom Milieu des Elternhauses ist. Aber wir müssen jungen Menschen zeigen, dass auch die duale Ausbildung erstrebenswert und für die Gesellschaft von gleicher Bedeutung ist. Denn ohne gewerbliche Berufe und damit auch ohne Handwerk und Industrie, werden wir keine gute Zukunft haben.“ Man müsse über die zentrale Frage sprechen, wie man jungen Menschen einen besseren Einblick in die Handwerksberufe geben könne, so der 64-jährige. „Denn nur, wer auch die Welt des Handwerks kennt, kann für sich eine richtige Entscheidung treffen.“

Arbeitsvolumen in Zukunft gigantisch

Die Fachkräftesicherung sei die größte Aufgabe der Zukunft für einen Arbeitsminister. „Wir müssen uns überlegen, wie wir es schaffen, dass die Produktion in Deutschland gehalten werden kann und es auch in Zukunft genügend Leute dafür gibt.“ Die Pandemie und aktuell auch der Krieg in der Ukraine zeigen, dass das wirtschaftspolitische Ziel die Unabhängigkeit im Bereich Rohstoffe und Verarbeitung sein müsse. Dazu brauche man Handwerk und Industrie mehr denn je. Nach Einschätzung des Ministers wird das Arbeitsvolumen im Bauhandwerk auch in Zukunft gigantisch sein. „Wir brauchen das Bauhandwerk dringend, um die Klimaziele erreichen zu können. Es gibt unter anderem unheimlich viele Aufgaben, wenn es um Gebäudesanierung und auch erneuerbare Energien geht.“

Regionale Herausforderungen

Harald Görnig (CDU), Obermeister der Metalltechnik-Innung Westfalen-Süd, machte außerdem klar, vor welchen Herausforderungen das Handwerk hier in der Region steht: „Das Handwerk macht so viel Spaß und bietet jungen Menschen – egal ob mit Abitur, Mittlerer Reife oder Förderschulabschluss – vielfältige Möglichkeiten. Wichtig ist aber, dass die Berufsschulklassen auch hier im ländlichen Raum bleiben und nicht aufgrund der nicht erreichten Mindestanzahl von Schülerinnen und Schülern verlegt werden. So entstehen sehr weite Wege, die junge Menschen in unserer Region – insbesondere aus den Dörfern – nicht bewältigen können. Die Entscheidung für einen anderen Beruf ist dann vorprogrammiert. Bus und Bahn fahren hier nicht rund um die Uhr und ohne Führerschein ist man regelrecht aufgeschmissen. Die Berufsschule muss für junge Menschen aber gut erreichbar sein.“ Auch kleine Berufsschulklassen müssten deshalb möglich sein, fordert der Obermeister.

Zudem machte Fliesenlegermeister und Vorstandsmitglied der heimischen Bauinnung, Michael Bär, auf die Hürden im Rahmen der Beschäftigung von Menschen mit Migrationshintergrund aufmerksam. „Hier sind praktikable Vorgehensweisen hinsichtlich Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis sowohl für Arbeitgeber als auch -nehmer gefragt.“ fordert der Unternehmer, der im Jahr 2021 den Integrationspreis erhalten hat.

Text und Bilder: Rebecca Dalhoff

2 Toptalente im AWZ Bau geehrt – Beton- und Stahlbetonbauer belegen 1. und 2. Platz in NRW

Kreuztal. Auch in diesem Jahr gehen zwei Toptalente aus den Reihen des Aus- und Weiterbildungszentrums Bau (AWZ Bau) in Kreuztal hervor: Felix Althaus aus Wilnsdorf belegt den ersten und Finn Niklas Klappert aus Siegen den zweiten Platz im Landesvergleich ihres Gewerks.

Im Beisein von Ausbildungsbetrieben, Ausbildern und Vertretern der Bauinnung Westfalen-Süd, konnte Horst Grübener, Geschäftsführer des AWZ Bau, die beiden dualen Studenten und frischgebackenen Beton- und Stahlbetonbauer-Gesellen, die ihre überbetriebliche Ausbildung in den Werkstätten in Kreuztal absolviert haben, beglückwünschen: Felix Althaus (Fa. Otto Quast, Siegen) ist in diesem Jahr Landesbester in seinem Gewerk (IHK) und Finn Niklas Klappert (Fa. W. Hundhausen, Siegen) belegte den zweiten Platz im Leistungswettbewerb des deutschen Handwerks auf Landesebene.

Volle Punktzahl in der praktischen Prüfung


Da aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie ein separater Leistungswettbewerb in Präsenz nicht möglich war, wurden zur Ermittlung der Landessieger die Ergebnisse der Gesellenprüfung zugrunde gelegt. Hier konnten die beiden dualen Studenten sowohl auf theoretischer als auch auf praktischer Ebene überzeugen. Finn Niklas Klappert erreichte in der praktischen Prüfung sogar mit 100 Punkten die volle Punktzahl. „Das hat es hier in über 20 Jahren noch nicht gegeben. Normalerweise findet man immer etwas, wofür ein Punkt abgezogen wird. Das ist einfach spitze“, freut sich der zuständige Meister Falko Erpel über die sagenhafte Leistung seines Schützlings.

 

Spitzenleistungen lassen sich nicht einbremsen

„Spitzenleistungen lassen sich nicht einbremsen. Das habt ihr eindrucksvoll bewiesen. Obwohl Corona uns nach wie vor an vielen Stellen im Alltag einbremst, habt ihr eure Leistungen souverän abrufen können. Denn ihr hattet ein Ziel. Wir freuen uns sehr, dass ihr euch davon nicht abbringen lassen habt und gratulieren euch ganz herzlich zu eurem Erfolg. Eure Motivation kommt von innen heraus, weil ihr etwas sehr Wichtiges für den Beruf mitbringt: Eure Leidenschaft. Wir wünschen euch, dass ihr euch diese Motivation und Leidenschaft erhaltet, auch wenn es einmal Schwierigkeiten geben sollte“, so Horst Grübener, Geschäftsführer des AWZ Bau. Als Vorstandsvorsitzender des AWZ Bau und als Obermeister der heimischen Bauinnung ließ es sich auch Stephan Hundhausen nicht nehmen, den beiden erfolgreichen jungen Männern zu gratulieren.

 

Dank an Ausbilder und Betriebe

Das Besondere: Finn Niklas Klappert hat seine Ausbildung zum Beton- und Stahlbetonbauer in der Firma W. Hundhausen absolviert. Dementsprechend konnte Stephan Hundhausen seinen eigenen Gesellen beglückwünschen. „Durch Ihr Engagement, Ihren Ehrgeiz und Ihre Lernbereitschaft haben Sie bewiesen, dass man sehr viel erreichen kann. Das Handwerk hat Zukunft und es bietet viele Möglichkeiten, denn Handwerksleistungen sind international gefragt. Ihr Erfolg steht auch für die sehr gute Ausbildung, die Ihnen nicht nur Ihre Betriebe, sondern auch das AWZ Bau geboten haben. Daher geht mein Dank auch an die Ausbilder und hier besonders an Falko Erpel, der den jungen Menschen mit Respekt begegnet, sie motiviert und zu Bestleistungen führt“, so der Obermeister.

 

Beton spielt wichtige Rolle in der Region

 Stephan Hundhausen betonte zudem die Wichtigkeit von Beton als Baustoff. „Wir in der Region haben eine besondere Bindung zum Beton. Der Beton- und Stahlbetonbau ist wichtig für unser Land, die Region und die Betriebe. Eine moderne Industriegesellschaft funktioniert sonst nicht“, machte er deutlich. Im Namen der Bauinnung und des AWZ Bau überreichten Stephan Hundhausen und Horst Grübener den erfolgreichen jungen Männern einen gläsernen Pokal und einen hochwertigen Akkuschrauber als Wertschätzung für die besondere Leistung. Freudestrahlend nahmen die beiden jungen Männer die Geschenke entgegen.

 

Leidenschaft für Baustelle entfacht

Wie es nun für die beiden weitergeht, wissen die erfolgreichen Beton- und Stahlbetonbauer schon genau. Während Felix Althaus sein Studium beendet und nebenher als assistierender Bauleiter tätig ist, hat Finn Niklas Klappert die Leidenschaft für die praktische Arbeit auf der Baustelle entdeckt und sich für eine Laufbahn als Baustellen-Führungskraft entschieden. „Es macht einfach Spaß und man ist stolz, wenn man am Ende des Tages sieht, was man mit eigenen Händen geschaffen hat. Auf der Baustelle trägt man viel Verantwortung, muss immer wieder neue praktische Lösungen finden und den Überblick bewahren. Diese Komplexität wird oftmals unterschätzt“, so der junge Siegener.

 

Text und Bild: Rebecca Dalhoff

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5 Kammersieger im AWZ Bau geehrt – Frischgebackene Gesellen zeigen hervorragende Ausbildungsleistungen

Kreuztal. Zur Freude des Aus- und Weiterbildungszentrums Bau (AWZ Bau) in Kreuztal-Fellinghausen schlossen fünf frischgebackene Gesellen ihre praktischen Abschlussprüfungen mit Topergebnissen ab und konnten nun im Rahmen einer kleinen Feierstunde als Kammersieger geehrt werden.
Im Beisein von Ausbildungsbetrieben, Ausbildern, Vertretern der heimischen Bau- und Zimmererinnung sowie Eckhard Vetter, dem Obermeister der Straßenbauer-Innung Südwestfalen aus Iserlohn, konnte Horst Grübener, Geschäftsführer des AWZ Baus, fünf junge Männer zum Kammersieg beglückwünschen. Als Anerkennung bekamen die jungen Fachkräfte einen gläsernen Pokal und eine große personalisierte Wasserwaage überreicht. Aufgrund der Corona-Pandemie ist die Leistung in diesem Jahr auf Basis der Noten aus der praktischen Gesellenprüfung ermittelt worden. Der in der Regel alljährliche Leistungswettbewerb konnte in diesem Jahr leider nicht stattfinden.

„Wir brauchen Top-Nachwuchskräfte wie euch“

Dass in diesem Jahr die Leistung nicht innerhalb eines Wettbewerbs ermittelt wurde, schmälert den Erfolg keineswegs. Denn auch die Noten der praktischen Gesellenprüfung spiegeln eure hervorragenden Leistungen wider. Und für die Herausforderungen, vor denen wir stehen, brauchen wir dringend motivierte junge Leute mit entsprechendem Know-how. Mit anderen Worten: Top-Nachwuchskräfte wie euch“, betont Obermeister der Zimmerer-Innung Westfalen-Süd Matthias Dickel. Ralf Meding, Fachbereichsleiter Aus- und Weiterbildung sowie Ausbilder im Zimmererhandwerk, ergänzt: „In der Gesellenprüfung konntet ihr euer Können abrufen und habt eine außerordentliche Leistung erbracht. Ihr seid die Besten im ganzen Kammerbezirk. Macht weiter so!“ Die fünf Kammersieger, die sich im kammerweiten Vergleich ihres Gewerks einen Podestplatz sichern konnten, haben in den Werkstätten in Kreuztal-Fellinghausen ihre handwerklichen Fähigkeiten in der überbetrieblichen Ausbildung gelernt und in Vorbereitung auf die Prüfung weiter perfektioniert. „Auch die Betriebe haben ihre Auszubildenden immer sehr gut unterstützt und gefördert. Durch dieses Engagement haben sie den Grundstein für den Erfolg gelegt und diese hervorragenden Leistungen ihrer Schützlinge mit ermöglicht. Deshalb geht mein Dank auch besonders an die Firmenvertreter!“ Für die Ermittlung des Landessiegers werden ebenfalls die Noten der praktischen Gesellenprüfung herangezogen und verglichen. Nur der Leistungswettbewerb auf Bundesebene wird voraussichtlich stattfinden und die jungen Nachwuchshandwerker bekommen die Möglichkeit, sich im direkten Vergleich zu messen.

„Das Handwerk ist wichtiger Bestandteil des Wirtschaftslebens“

Stephan Hundhausen, Obermeister der heimischen Bauinnung, die gemeinsam mit der Zimmererinnung Westfalen-Süd Träger des erfolgreichen Aus- und Weiterbildungszentrums Bau ist, sagte: „Ich bin stolz, Vorstandsvorsitzender eines solch tollen Aus- und Weiterbildungszentrums zu sein. Dass hier jedes Jahr aufs Neue derart erfolgreiche junge Menschen hervorgebracht werden, zeigt, dass hier eine grundlegend sehr gute Arbeit mit einem motivierten Team geleistet wird. Sie, liebe Ausbilder, sind sehr gut darin, Wissen zu vermitteln.“ Außerdem brach Stephan Hundhausen eine Lanze für das duale Ausbildungssystem und warnte vor einer „falschen Akademisierung“. „Ihnen, liebe Kammersieger, gratuliere ich ganz herzlich. Zum einen zu Ihrer Entscheidung, eine Ausbildung im Handwerk zu machen und zum anderen dazu, dass Sie mit Ihren Leistungen ganz vorne dabei sind. Bei allem Wandel werden die Grundfähigkeiten, die Sie hervorragend erlernt haben, auch in Zukunft gefragt sein.“ Er betonte, dass die Wirtschaft ohne die Handwerksbetriebe nicht an dem Punkt stehen würde, wo sie steht. „Das Handwerk ist ein wichtiger Bestandteil des Wirtschaftslebens und wird dies auch in Zukunft prägen“, so der Obermeister.

Die Kammersieger im Überblick
 Straßenbauer

Nico Kneppe, Netphen

2. Kammersieger, Straßenbauer (Heinrich Weber Straßen- und Tiefbau, Siegen)

                                              

Beton- und Stahlbetonbauer

Finn Niklas Klappert, Siegen

1. Kammersieger, Beton- und Stahlbetonbauer (W. Hundhausen GmbH, Siegen)

Mohnnad Alkanaan, Dillenburg

2. Kammersieger, Beton- und Stahlbetonbauer (GÜNTHER GmbH + Co. KG Bauunternehmen, Netphen)

 

Zimmerer

Felix Kolb, Kreuztal

1. Kammersieger, Dualer Student Zimmerer, (Büdenbender Hausbau GmbH, Netphen)

Konrad Torben Melcher, Hilchenbach

3. Kammersieger (nach verkürzter Ausbildungszeit), Zimmerer (Holzbau Matthias Dickel, Bad Berleburg)

 

Text und Bilder: Rebecca Dalhoff

Rekord-Ausbildungszahlen im AWZ Bau – 150 junge Menschen machen Ausbildung im heimischen Bauhandwerk

Kreuztal. Das Aus- und Weiterbildungszentrum Bau (AWZ Bau) in Kreuztal startet mit 150 jungen Menschen in das neue Ausbildungsjahr und verzeichnet damit die höchste Auszubildendenanzahl, die es seit den letzten 20 Jahren dort gegeben hat.

Während bundesweit über einbrechende Ausbildungszahlen in sämtlichen Berufszweigen berichtet wird, geht es für das AWZ Bau in Kreuztal genau in die entgegengesetzte Richtung: Mit 145 jungen Männern und 5 jungen Frauen, die in den vergangenen Wochen und Tagen ihre überbetriebliche Ausbildung in Kreuztal-Fellinghausen begonnen haben, schreibt das AWZ Bau die höchste Auszubildendenanzahl in diesem Jahrtausend. Im Vergleich zum Vorjahr, in dem es bereits einen Anstieg um 18 Prozent gab, haben sich noch einmal knapp 9,5 Prozent mehr junge Menschen hier in der Region für eine Ausbildung im Bauhandwerk entschieden.

Nach dem Abitur: Ausbildung zur Zimmerin

Bereits Anfang Juni starteten 26 Duale Studierende – 18 im gewerblichen Bereich sowie zwei Bauzeichnerinnen und sechs Bauzeichner – ihren achtwöchigen Grundlehrgang im Rahmen ihres Dualen Studienganges Bauingenieurwesen. Ende August sind darüber hinaus 17 Maurer, 18 Beton- und Stahlbetonbauer, 32 Zimmerer, neun Fliesen-, Platten-, und Mosaikleger sowie 48 Auszubildende im Straßenbauerhandwerk gestartet. Im Vergleich zum Vorjahr ist besonders im Bereich des Straßenbauerhandwerks und auch bei den Zimmerern eine deutliche Steigerung der Ausbildungszahlen zu verzeichnen. Während sich 2020 26 junge Menschen für eine Ausbildung im Zimmererhandwerk entschieden haben, sind es in diesem Jahr 32. Darunter auch Anna Hoffmann. Nach ihrem Abitur entschied sich die einzige junge Frau unter den 31 Männern ganz bewusst für eine Ausbildung als Zimmerin und nicht für ein Studium: „Einen Bezug zum Handwerk hatte ich vor meiner beruflichen Orientierung nicht. Aber ich habe mehrere Praktika gemacht und unterschiedliche Berufe kennengelernt. Auch einen klassischen Bürojob oder einen Beruf im Verkauf habe ich mir angeschaut. Aber nichts hat mir so viel Spaß gemacht, wie die handwerkliche Arbeit in der Zimmerei. Auch die vielfältigen Karriere-Möglichkeiten im Handwerk haben mich begeistert.“

Straßenbauerhandwerk: Anstieg um knapp 55 Prozent

Das regionale Straßenbauerhandwerk erlebt einen regelrechten Boom. 2019 gab es in diesem Bereich 19 Auszubildende, 2020 31 Auszubildende hier aus der Region und 2021 sage und schreibe 48 – darunter auch zwei junge Frauen. „Wer sich die A45 anschaut, der weiß: Wir brauchen Straßenbauer und Straßenbauerinnen“, bringt Judith Hamers, stellvertretende Geschäftsführerin und Bildungsprojektleiterin im AWZ Bau diese Entwicklung auf den Punkt. Die Nachfrage nach Bauleistungen im Straßenbau sei enorm hoch. Nach Einschätzung von Horst Grübener, Geschäftsführer des AWZ Bau, wird sich dieser Trend auch in den nächsten Jahren fortsetzen, denn bundesweit seien zahlreiche Straßen, Brücken und Autobahnen sanierungsbedürftig.

„Berufe im Bauhandwerk sind krisenfest“

Warum entgegen dem bundesweiten Trend die Ausbildungszahlen im Bauhandwerk gestiegen sind, erklärt sich Horst Grübener so: „Die Corona-Pandemie hat einmal mehr gezeigt, dass Handwerksberufe im Vergleich zu vielen anderen Berufszweigen sehr solide und krisenfest sind. Die Nachfrage nach Handwerksleistungen steigt kontinuierlich. Deshalb ist diese hohe Anzahl an Auszubildenden sehr erfreulich.“ Positiv zu erwähnen ist laut Judith Hamers auch die Tatsache, dass die heimischen Betriebe eine ungebrochene Ausbildungsbereitschaft an den Tag legen und trotz Herausforderungen wie Corona-Pandemie oder Materialknappheit sowie exorbitant steigende Materialpreise, noch mehr junge Menschen ausbilden als in den Jahren zuvor. Das sei sehr schlau, denn die Auftragsbücher der meisten Betriebe sind lange im Voraus gut gefüllt. Die Fachkräfte von Morgen würden dringend gebraucht.

 Vom Lehrbauhof zum modernen Aus- und Weiterbildungszentrum

Das AWZ Bau sieht sich auch für derart hohe Auszubildendenzahlen sowie für die zunehmenden digitalen Anforderungen, sehr gut aufgestellt. Durch den aktuell laufenden Neubau eines Verwaltungs- und Schulungsgebäudes, das planmäßig zum Ende des Jahres fertiggestellt werden soll, werden weitere räumliche Kapazitäten mit modernster Ausstattung erschlossen. In den vergangenen Jahren wurde bereits kräftig investiert, um das AWZ Bau von einem anfänglichen Lehrbauhof zu einem zertifizierten und seit Jahren bundesweit tätigen Aus- und Weiterbildungszentrum zu entwickeln. So gibt es auf dem 11.000 Quadratmeter großen Areal inzwischen 3.500 Quadratmeder Ausbildungs- und Schulungsräume in insgesamt 10 Ausbildungshallen sowie Außenbaustellen für digitale Vermessung und Baumaschinenkurse im Straßenbau. „Die digitalen Möglichkeiten sind für die Arbeit auf der Baustelle sehr wichtig. Außerdem führt die Digitalisierung nicht nur zu neuen spannenden Herausforderungen, sondern auch zu einer höheren Attraktivität der Berufe. Hier im AWZ Bau fördern wir genau das, was auf den Baustellen gebraucht wird“, erklärt Horst Grübener. Neben der Ausbildung stehen aber auch die Bereiche Weiterbildung, Umschulung und Berufsorientierung auf dem Programm. Einzigartige Weiterbildungsangebote und gezielte Projekte wie Potenzialanalysen in Schulen, Ferienkurse und Schnupperpraktika tragen zum Erfolg des modernen Aus- und Weiterbildungszentrums bei.  Mit speziellen Förderangeboten werden Menschen mit individuellem Unterstützungsbedarf, insbesondere junge Geflüchtete, im Rahmen des Projekts „Durchstarten in Ausbildung und Arbeit“ bei ihrem Weg in Ausbildung und Arbeit unterstützt.

Im AWZ Bau zählt vor allem der Mensch

Neben der „Hardware“ wie Maschinen und Gebäude zählt im AWZ Bau vor allem auch die „Software“ Mensch. Denn um eine Ausbildung zum Erfolg werden zu lassen, ist auch das Umfeld und die Menschen, die die Auszubildenden in dieser Zeit prägen, von großer Bedeutung. „Nur wer ein Herz für den Menschen und Freude daran hat, Menschen weiterzubringen, ist als Mitarbeiter im AWZ Bau richtig“, so Judith Hamers. In dem modernen Aus- und Weiterbildungszentrum sind 15 Mitarbeitende sowie etwa 70 nebenberuflichen Dozentinnen und Dozenten beschäftigt, die sich genau das auf die Fahne geschrieben haben. „Die Motivation ist der Schlüssel zum Erfolg. Das ist auch bei jungen Menschen in der Ausbildung so. Wir möchten hier ein Umfeld schaffen, in dem die jungen Menschen ihre individuelle Antriebskraft entwickeln können. Das geschieht unter anderem auch durch Wertschätzung und Anerkennung. >>Finden und Binden von Mitarbeitern<< lautet unser Motto, mit dem wir die Betriebe bei ebendieser herausfordernden Aufgabe unterstützen“, erklärt Horst Grübener.

 

Text und Bilder: Rebecca Dalhoff

„Richtfest to go“ im AWZ Bau

 

 

Kreuztal. Der Rohbau des neuen Verwaltungsgebäudes des Aus- und Weiterbildungszentrums (AWZ) Bau in Kreuztal-Fellinghausen steht. Das ist ein Grund zu feiern. Doch weil das angesichts der anhaltenden Corona-Pandemie aktuell nicht möglich ist, hat sich das Team des AWZ Baus etwas einfallen lassen: „Richtfest to go“ lautet das Motto.

Das AWZ Bau in Kreuztal-Fellinghausen ist das Ausbildungszentrum der Bauwirtschaft in den Kreisen Olpe und Siegen-Wittgenstein. Trotz der anhaltenden Corona-Pandemie konnte das letzte Ausbildungsjahr 2020 mit 137 neuen Auszubildenden – darunter auch 23 duale Studierende – begonnen werden. Das ist ein erfreulicher Anstieg der Ausbildungszahlen um 18 Prozent zum Vorjahr 2019. Auch die überregionale Nachfrage im Bereich der Weiterbildungsangebote und Meisterkurse ist ungebrochen hoch.

Um auch in Zukunft gut aufgestellt zu sein und die hohe Nachfrage bedienen zu können, haben die ersten Überlegungen zum Neubau eines Verwaltungsgebäudes mit Schulungsraum im Jahr 2017 begonnen. Darauf folgten die Koordinierung mit Fördergeldgebern und Gutachten bis schließlich im Dezember 2019 der Zuwendungsbescheid kam. Nach der anschließenden intensiven Planungsphase konnte mit dem Neubau im Januar 2021 begonnen werden. Die Kosten für das gesamte Bauvorhaben betragen knapp 1,5 Millionen Euro, wovon 65 Prozent mit Mitteln aus Bund (Bundesministerium für Bildung und Forschung) und Land (NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales) gefördert werden. Der Einzug in das neue Verwaltungsgebäude mit großem Schulungsraum ist für Ende 2021 geplant. Dann soll das aktuell als Bürogebäude genutzte Wohnhaus abgerissen und zur Parkplatzfläche umfunktioniert werden.

Meilenstein erreicht: Der Rohbau steht

Inzwischen ist ein Meilenstein erreicht und der Rohbau steht. Auf die alte Tradition des Richtfests mit Richtspruch und Weihung des Gebäudes durch einen Zimmermann wollte das Team des AWZ Baus nicht verzichten, auch wenn ein großes Fest aufgrund der Pandemie derzeit natürlich nicht möglich ist. „Richtfest to go“ lautete deshalb das Motto für die Veranstaltung im kleinsten Rahmen. Dazu wurden kleine Tüten mit Leckereien aus dem Sauer- und Siegerland zum Mitnehmen vorbereitet. Zu Gast waren neben den Obermeistern der beiden Trägerinnungen Stephan Hundhausen (Bauinnung Westfalen-Süd und Vorstandsvorsitzender des AWZ Bau) und Matthias Dickel (Zimmerer-Innung Westfalen-Süd), auch der stellvertretende Obermeister der Bauinnung und ausführender Bauunternehmer Rüdiger Sabisch, Vorstandsmitglied Stefan Debus sowie der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Westfalen-Süd Jürgen Haßler und sein Stellvertreter Stefan Simon. Auch die Architekten Hans-Gerhard Bruch und Axel Judt waren vor Ort. Zimmerermeister Matthias Dickel ließ es sich nicht nehmen, selbst den Richtbaum aufzustellen, den Zimmermannsspruch zu sprechen und die Weihung des Rohbaus vorzunehmen. In Reimform dankte er allen am Bau beteiligten für die sehr gute Arbeit und hatte lobende Worte für das Team des AWZ Bau parat.

Positiver Blick in die Zukunft

Horst Grübener, Geschäftsführer des AWZ Bau, zeigte sich dankbar für den bisher nach Plan verlaufenen Baufortschritt: „Wir freuen uns und sind dankbar, dass bis hierher alles gut und planmäßig verlaufen ist. Auch wenn wir heute nur innerlich feiern können, wollten wir auf die schöne alte Tradition des Richtfests nicht gänzlich verzichten. Mein Dank geht besonders an alle am Bau Beteiligten für die sehr gute Planungs- und Handwerksleistung, an Matthias Dickel für den ausgezeichneten und individuellen Richtspruch sowie auch an die Mitarbeiter des AWZ Bau für die Unterstützung. Wir haben nun seit Jahren regen Zuwachs im AWZ Bau und führen immer wieder tolle Projekte durch. Die Bauwirtschaft entwickelt sich stetig weiter und so auch unser Ausbildungszentrum. Platzmäßig sind wir aktuell an den Kapazitätsgrenzen angekommen. Wir freuen uns deshalb besonders auf das neue Verwaltungsgebäude mit großem Schulungsraum und blicken zuversichtlich und hoffnungsvoll in die Zukunft.“

 

Text und Bilder: Rebecca Dalhoff

AWZ Bau ist geöffnet!

Sehr geehrte Damen und Herren,

gemäß der aktuellen Corona-Schutzverordnung des Landes NRW findet die überbetriebliche Ausbildung sowie Lehrgänge im Aus- und Weiterbildungszentrum Bau statt.

Melden Sie sich gerne bei uns wenn Ihrerseits Klärungsbedarf besteht, wir sind wie gewohnt für Sie da.

Viele Grüße und bleiben Sie gesund!

Horst Grübener
Geschäftsführer

 

Neubau Verwaltungsgebäude

Herzlichen Dank an alle Unternehmen, die sich an den Ausschreibungen beteiligt haben.

Die Aufträge wurden alle vergeben.

Öffentlicher Auftraggeber (Vergabestelle):

Name: Aus- und Weiterbildungszentrum Bau
Straße: Heesstr. 45-47
Postleitzahl: 57223
Ort: Kreuztal
Telefon: +49 2732279442
Fax: +49 2732279456
E-Mail: h.gruebener@awz-bau.de
Internet: https://awz-bau.de

Ort der Ausführung

57223 Kreuztal

Hervorragende Ausbildungszahlen in heimischer Bauwirtschaft – AWZ Bau startet mit 137 jungen Menschen ins neue Ausbildungsjahr

Das Aus- und Weiterbildungszentrum Bau (AWZ Bau) in Kreuztal verzeichnet einen erfreulichen Anstieg der Ausbildungszahlen um 18% zum Vorjahr und startet mit insgesamt 137 jungen Menschen in das neue Ausbildungsjahr.

131 junge Männer und sechs junge Frauen haben in den vergangenen Wochen und Tagen ihre überbetriebliche Ausbildung im AWZ Bau in Kreuztal-Fellinghausen aufgenommen. Der Corona-Pandemie zum Trotz, sind das im Vergleich zum Vorjahr 18% mehr junge Menschen, die sich für eine Ausbildung in der heimischen Bauwirtschaft entschieden haben. „Diese hohe Anzahl an Auszubildenden ist sehr erfreulich, aber – aufgrund der Corona-Pandemie und des damit verbundenen strengen Hygienekonzeptes – auch eine Herausforderung. In erster Linie sind wir aber sehr froh, dass die jungen Menschen nun wieder hier zu uns ins Ausbildungszentrum kommen können und die Zeiten von reinem Online-Unterricht vorbei sind. Denn Handwerk bedeutet einfach auch praxisbezogenes Arbeiten“, so Judith Hamers, Bildungsprojektleiterin im AWZ Bau.

 

Gelungener überregionaler Ausbildungsauftakt

Im Rahmen einer abgewandelten Einführungsveranstaltung bekamen die neuen Auszubildenden und jeweils ein Elternteil auch in diesem besonderen Jahr die Möglichkeit, vorab das Zentrum sowie ihre Ausbilder kennenzulernen. Natürlich lief die Veranstaltung aufgrund der Corona-Pandemie etwas anders ab, als in den Vorjahren. Je nach Ausbildungsberuf wurde zu unterschiedlichen Zeiten ins AWZ Bau eingeladen und dann in Kleingruppen durch das Zentrum geführt. „Wir haben das Beste aus der Situation gemacht. Die Einführungsveranstaltung kam gut an und durch die Kleingruppen konnten wir auch gezielter auf einzelne Fragen eingehen. Das ist sowohl für die Azubis als auch für die Eltern bzw. Erziehungsberechtigten ein besonderer und wichtiger Tag.“, findet Judith Hamers. Auch überregional wird im AWZ Bau ausgebildet: Zumindest für den ersten Grundlehrgang hat das AWZ Bau in Kreuztal acht angehende Straßenbauer aus dem bergischen Land in der überbetrieblichen Ausbildung. Hier leistet das gut aufgestellte Ausbildungszentrum in Kreuztal Unterstützung für das Bildungszentrum Butzweilerhof der Handwerkskammer zu Köln, das aufgrund der coronabedingten Bestimmungen und der räumlichen Gegebenheiten nur eine gewisse Anzahl an Auszubildenden vor Ort betreuen kann.

 

 

Regelbetrieb unter Corona-Bedingungen

Um einen reibungslosen Ablauf zu Beginn des neuen Ausbildungsjahres zu gewährleisten, gab es für das Team des AWZ Bau im Vorfeld einiges zu tun: Unter Berücksichtigung der Abstandsregelungen wurde jeder einzelne Arbeitsplatz in den Ausbildungshallen markiert und mit dem Namen des jeweiligen Auszubildenden versehen. Außerdem gibt es ein ausgeklügeltes Wegekonzept und versetzte Pausenzeiten, sodass sich verschiedene Ausbildungsgruppen nicht begegnen. Für die Gruppe der Straßenbauer wurde extra ein großes Zelt aufgebaut, damit möglichst oft auf dem Außengelände gearbeitet werden kann. Außerdem wurden sowohl die Veranstaltungs- als auch die Lagerhalle zu Unterrichtsräumen umfunktioniert, um die Abstandsregelungen bei dieser Vielzahl an Auszubildenden einhalten zu können. Sollte der Abstand einmal aus arbeitstechnischen Gründen nicht eingehalten werden können, so gilt selbstverständlich eine Maskenpflicht. Auch die Kantine hat – eingeschränkt – wieder den Betrieb aufgenommen. „Durch die großen Tore in unseren Ausbildungshallen wird auch immer gut gelüftet. Insgesamt klappt bisher alles sehr gut“, berichtet Ralf Meding, Fachbereichsleitung Aus- und Weiterbildung und Duales Studium sowie Ausbilder im Zimmererhandwerk. „Die jungen Menschen sind hoch motiviert. Wir freuen uns, dass es durch Corona keinen Einbruch in den Ausbildungszahlen gegeben hat – ganz im Gegenteil. Auch die Baubranche insgesamt ist bisher mehr als gut durch die Corona-Krise gekommen“, ergänzt Klaus Achenbach, zuständig für die Ausbildung im Bereich Maurer-, Beton- und Stahlbetonbauer sowie Fliesen-, Platten-, und Mosaikleger-Handwerk.

 

 

Hohe Nachfrage im Straßenbau – erfreuliche Entwicklung im Fliesenleger-Handwerk  

Bereits Anfang Juni startete eine Gruppe von 23 Dualen Studierenden, 12 – darunter zwei junge Frauen – im gewerblichen Bereich sowie drei Bauzeichnerinnen und acht Bauzeichner, mit einem achtwöchigen Grundlehrgang im Rahmen ihres Dualen Studienganges Bauingenieurwesen. Ende August sind darüber hinaus 19 Maurer, 17 Betonbauer, 27 Zimmerer, zwei Stuckateure, zehn Fliesen-, Platten-, und Mosaikleger sowie 39 Auszubildende im Straßenbauerhandwerk gestartet. Im Vergleich zum Vorjahr ist besonders im Bereich der Fliesen-, Platten- und Mosaikleger eine erfreuliche Entwicklung zu verzeichnen: Während sich 2019 gerade einmal drei junge Menschen für eine solche Ausbildung entschieden haben, sind es in diesem Jahr zehn. Auch im Straßenbauerhandwerk ist die Nachfrage groß. 2019 gab es in diesem Bereich 17 Auszubildende, in diesem Jahr sage und schreibe 39 – darunter auch die acht angehenden Straßenbauer aus dem Bergischen Land. Auch eine Auszubildende zur Straßenbauerin ist in diesem Jahr im AWZ Bau in der überbetrieblichen Ausbildung. „Mein Vater ist in diesem Bereich tätig und auch meine beiden älteren Brüder waren schon hier im AWZ Bau. Daher habe ich viel mitbekommen. Dann habe ich ein Praktikum absolviert und gemerkt, dass es mir wirklich Spaß macht. Also habe ich nun die Ausbildung zur Straßenbauerin begonnen“, erzählt die 16-jährige Joelle Schneider, der es nichts ausmacht, die einzige Frau unter den vielen jungen Männern zu sein.

 

 

Bauwirtschaft hat Zukunft – AWZ Bau sehr gut aufgestellt

"Die erfreuliche Entwicklung der Ausbildungszahlen lässt positiv in die Zukunft blicken und macht Mut. Das AWZ Bau ist gut aufgestellt“, so Geschäftsführer Horst Grübener. Obwohl das moderne Ausbildungszentrum wirtschaftlich stark von den Auswirkungen der Corona-Pandemie und der 7-wöchtigen Zwangsschließung getroffen wurde, wird alles dafür getan, diesen Verlust aufzufangen und optimistisch zu sein. So konnte Horst Grübener auch auf die hohe Nachfrage reagieren und zwei neue Meister im Straßenbauerhandwerk einstellen.  Auch im Bereich Digitalisierung hat sich in den letzten Monaten einiges bewegt im AWZ Bau. Beim Gang durch die Ausbildungshallen sieht man das Zusammenspiel von handwerklicher Praxis und modernen digitalen Gerätschaften. In der modernen Bauwirtschaft spiele die Digitalisierung eine immer größere Rolle. Nicht nur das sogenannte „Building Information Modeling“, sondern auch digitale Vermessungsgeräte mit einer Präzision von 2 Millimetern auf 300 Metern Länge oder Bagger mit digitaler Maschinensteuerung seien auf modernen Baustellen nicht mehr wegzudenken. „Die digitalen Möglichkeiten sind für die Arbeit auf der Baustelle sehr wichtig. Außerdem führt die Digitalisierung nicht nur zu neuen spannenden Herausforderungen, sondern auch zu einer höheren Attraktivität der Berufe. Hier im AWZ Bau fördern wir genau das, was auf den Baustellen gebraucht wird“, erklärt Horst Grübener. Um auch in Zukunft diesen Anforderungen gerecht zu werden, nehmen die Pläne für den Bau eines neuen Schulungs- und Verwaltungsgebäudes aktuell finale Formen an. Dieser Neubau soll 2021 planmäßig umgesetzt werden.

 

Text und Bilder: Rebecca Dalhoff

Digitalisierung im Handwerk: NRW-Wirtschaftsminister Pinkwart besucht AWZ Bau in Kreuztal

Kreuztal. Auf Einladung der Kreishandwerkerschaft Westfalen-Süd war NRW-Wirtschaftsminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart in das moderne Aus- und Weiterbildungszentrum Bau (AWZ Bau) gekommen, um sich einen persönlichen Eindruck über die Umsetzung des digitalen Lernens und Arbeitens in der Bauwirtschaft zu verschaffen.

Ein Termin, bei dem Corona nicht im Mittelpunkt des Geschehens steht – das dürfte eine willkommene Abwechslung für Prof. Dr. Andreas Pinkwart (FDP), Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, gewesen sein. Sein Besuch im Aus- und Weiterbildungszentrum Bau in Kreuztal-Fellinghausen war lange geplant. Nun konnte er sich vor Ort über die Umsetzung der Digitalisierung in der bauhandwerklichen Aus- und Weiterbildung informieren. Träger des über die Regionsgrenzen hinaus bei Bauhandwerk und Bauindustrie sehr gefragten Bildungszentrums sind die Bauinnung Westfalen-Süd und die Zimmerer-Innung Westfalen-Süd. Dementsprechend freuten sich die beiden Obermeister Stephan Hundhausen (Bau) und Matthias Dickel (Zimmerer) über das große Interesse des Ministers am AWZ Bau, auf das die Innungen – so betonte Stephan Hundhausen – sehr stolz seien. Neben dem Minister waren auch die Vizepräsidentin des Landtages NRW Angela Freimuth MdL (FDP) und Anke Fuchs-Dreisbach MdL (CDU) nach Kreuztal gekommen, um sich das moderne Zentrum nahe der Heimat einmal genauer anzuschauen. Viel zu sehen gab es nämlich auf dem 11.000 m² großen Areal mit 4.000 m² Ausbildungs- und Schulungsräumen sowie Außenbaustellen: In den Werkstätten bereiteten sich einige Auszubildende auf die anstehenden Abschlussprüfungen vor und zeigten sich professionell im Umgang mit Materialien und digitalen Hilfsmitteln.

AWZ Bau rüstet sich für die Zukunft

Seit 1979 werden im AWZ Bau junge Menschen aus- und weitergebildet, um für die Anforderungen im Berufsalltag bestens gewappnet zu sein. Um den jungen Berufsnachwuchs stets auf die sich wandelnden Entwicklungen und Bedürfnisse der Baubranche vorbereiten zu können, waren in den letzten 20 Jahren regelmäßige Modernisierungs-, Ausstattungs- und Neubaumaßnahmen notwendig, die von Bund und Land gefördert wurden. „Wie man hier im AWZ Bau sehen kann, sind die Fördermittel von Bund und Land in den Berufsbildungszentren des Handwerks an der richtigen Stelle eingesetzt“, so Jürgen Haßler, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Westfalen-Süd. Die jüngsten Förder- und Eigenmittel wurden in eine neue Lagerhalle und eine noch modernere Ausstattung investiert, um die Digitalisierung im AWZ Bau weiter nach vorn zu bringen. Außerdem steht der Neubau eines Verwaltungsgebäudes für 1,5 Mio. Euro an, zu dem Bund und Land 45 bzw. 20 Prozent dazugeben.

Verknüpfung von Praxis und Digitalem

Beim Gang durch die Ausbildungshallen sieht man das Zusammenspiel von handwerklicher Praxis und modernen digitalen Gerätschaften. „Es ist wichtig, zunächst die handwerklichen Techniken von der Pike auf zu lernen und auch Materialien und ihre Eigenschaften zu verstehen. Ebenso wichtig ist aber, dass die Auszubildenden die modernen digitalen Möglichkeiten vermittelt bekommen, da auch in der Praxis immer mehr mit diesen gearbeitet wird. Wir im AWZ Bau möchten den jungen Leuten möglichst viel von beidem mit auf den Weg geben, damit sie für ihr berufliche Zukunft bestens vorbereitet sind“, erklärt der Geschäftsführer des AWZ Bau Horst Grübener. Im modernen Bauhandwerk spiele die Digitalisierung eine immer größere Rolle, ergänzt Stephan Hundhausen. Damit meint er auch das sogenannte „Building Information Modeling“: Die durchgängige digitale Vernetzung aller planungs- und realisierungsrelevanten Bauwerksinformationen als virtuelles Bauwerksmodell. Digitale Vermessungsgeräte mit einer Präzision von 2 Millimetern auf 300 Metern Länge oder Bagger mit digitaler Maschinensteuerung sind auf modernen Baustellen nicht mehr wegzudenken. „Die digitalen Möglichkeiten sind für die Arbeit auf der Baustelle sehr wichtig. Außerdem führt die Digitalisierung nicht nur zu neuen spannenden Herausforderungen, sondern auch zu einer höheren Attraktivität der Berufe. Hier im AWZ Bau wird genau das gefördert, was wir auf den Baustellen brauchen. Nicht nur als Obermeister der heimischen Bauinnung, sondern auch als Unternehmer bin ich stolz, ein so tolles und leistungsfähiges Aus- und Weiterbildungszentrum hier vor Ort zu haben. Mein Dank geht an Horst Grübener und sein gesamtes Team. Man merkt, dass hier mit Herzblut gearbeitet wird“, so Stephan Hundhausen. Voll des Lobes war auch der Minister: „Hier im AWZ Bau wird über Jahrzehnte hervorragend ausgebildet. Sie verbinden die digitalen Möglichkeiten klug mit der handwerklichen Praxis. Es macht Freude, dies zu unterstützen. Ich bin dankbar, dass Sie mit Ihren Ideen an unserer Seite sind. Bleiben Sie weiterhin so ambitioniert und fordern Sie uns heraus. Denn: Jeder Euro, der in Bildung investiert wird, zahlt sich für unser Land aus.“

Auswirkungen von Corona

Auch am AWZ Bau sind die letzten Wochen mit dem Corona bedingten Shutdown nicht spurlos vorbeigegangen. Wo sich normalerweise über 100 Auszubildende, dazu noch duale Studenten und Meisterschüler tummeln, herrschte sechs Wochen lang gähnende Leere. Für das AWZ Bau sei dies sowohl menschlich als auch wirtschaftlich schmerzlich gewesen. „Mit der Zwangsschließung haben wir pro Woche 34.000 € verloren. Das muss erst einmal verkraftet werden. Umso freudiger haben wir dann die Nachricht vernommen, wieder öffnen zu können. Innerhalb von nur zwei Tagen haben wir alles vorbereitet, um den Anforderungen an Abstand und Hygiene gerecht zu werden und die ersten Auszubildenden wieder begrüßen zu dürfen“, erklärt Horst Grübener. Die Zeit der Schließung habe das Team des AWZ Bau insbesondere mit digitalen Angeboten überbrückt: Live-Webinare und die Nutzung von Zoom, Microsoft Teams oder Click Meeting waren nun nicht mehr nur Kür sondern pure Notwendigkeit, um den Kontakt zu Auszubildenden, Gesellen, Studenten und Kunden zu halten und sie mit wichtigen Informationen und Lerninhalten zu versorgen. „Uns hat die Krise sehr hart getroffen. Nun sind wir froh, dass wir wieder öffnen konnten. Derzeit haben wir aber natürlich noch keine volle Auslastung. Wir brauchen nun wesentlich mehr Platz und mehr Personal, um alle Abstandsvorgaben einhalten zu können. Gleichzeitig wurde aber durch Corona die Digitalisierung in unserem Hause noch einmal stark beschleunigt – diesbezüglich hat uns die Krise auch notgedrungen vorangebracht“, berichtet Horst Grübener.

Handwerk zeigt sich krisenfest

KH-Geschäftsführer Jürgen Haßler betont, dass die derzeitige Lage im regionalen Handwerk stabil sei. „Den ganz großen Druck hat das Handwerk noch nicht gespürt. Allerdings treffen uns die Auswirkungen meist zeitversetzt. Und natürlich gibt es Gewerke, die härter getroffen sind als andere – beispielsweise Friseure oder Bäcker mit Cafébetrieben. Der Rettungsschirm hat hier gut funktioniert und stark betroffenen Betrieben konnte erst einmal schnell geholfen werden. Insgesamt ist das Handwerk aber bisher glimpflich davon gekommen.“ Dies bestätigten auch Matthias Dickel, Obermeister der Zimmerer-Innung Westfalen-Süd und Bauinnungs-Obermeister Stephan Hundhausen: „Wir sind sehr zufrieden. Die Baustellen sind gut weitergelaufen. Wir spüren, dass weniger Aufträge aus der Industrie kommen, dafür aber mehr aus der öffentlichen Hand. Daher wird das bisher gut kompensiert.“ Zu bedenken gab Stephan Hundhausen aber, dass nun seitens des Staates Maß und Mitte bewahrt werden müsse. Schließlich könne jeder Euro nur einmal ausgegeben werden und müsste irgendwann auch zurückgezahlt werden. Hier dürfe der Staat seine eigenen Möglichkeiten nicht überschätzen. Jürgen Haßler warb abschließend noch einmal für das Handwerk: „Das Handwerk zeigt sich bisher krisenfest. Wir sind froh, dass auch die Gesellenprüfungen nicht in Gefahr sind und – mit großer Anstrengung – stattfinden können. Ein Handwerksberuf ist außerdem zukunftssicher, denn anders als in der Industrie können im Handwerk nicht so leicht Arbeitsplätze wegdigitalisiert werden. Handwerk ist schließlich vor Ort notwendig.“

 

Text und Bilder: Rebecca Dalhoff