Hohe Wertschätzung für Gesellen, Facharbeiter und Meister

Abschlussfeier des Bauhandwerks in der Kreuztaler Stadthalle

 

Kreuztal, 11.07.2017

Umrahmt von einem abwechslungsreichen und unterhaltsamen Programm nahmen auf der diesjährigen Abschlussfeier des AWZ Bau im Auftrag der Bau- und Zimmerer-Innung Westfalen-Süd sowie der Industrie- und Handelskammer Siegen die 83 frisch gebackenen Gesellen und Facharbeiter in der Stadthalle Kreuztal ihre Gesellenbriefe sowie ihre Abschluss- und Prüfungszeugnisse vor einem großen Publikum entgegen.

Insgesamt 61 Gesellen im Bau-Handwerk sowie 22 Gesellen der Industrie konnten sich über ihren Abschluss freuen.

18 Maurer, 20 Beton- und Stahlbetonbauer, 17 Zimmerer und 23 Straßenbauer feierten nach 3 Jahren Ausbildung ihre bestandene Prüfung. Hierunter sind auch 17 Absolventen, die im Rahmen des Dualen Studiengangs Bauingenieurwesen ihren Gesellenbrief erhalten.

Ebenso freuten sich 3 Hochbaufacharbeiter (Fachrichtung Beton- und Stahlbetonbau),  1 Hochbaufacharbeiter (Fachrichtung Maurer) und 1 Ausbaufacharbeiter (Fachrichtung Zimmerer) nach 2 Ausbildungsjahren über ihren Abschluss.

Zudem erhielten 11 Straßenbauermeister bei dieser Feierlichkeit ihre Prüfungszeugnisse für die Teile I (Fachpraxis) und II (Fachtheorie).

Eine Slideshow von der praktischen Prüfung, versehen mit dem ein oder anderen coolen Spruch, stimmten auf diesen Abend ein, der ganz im Zeichen der Wertschätzung der geleisteten Abschlüsse stand. Horst Grübener, Geschäftsführer des AWZ Bau, erinnerte in seinem Einführungsimpuls, wie der gemeinsame Start zur Ausbildung bzw. zur Vorbereitung auf die Meisterprüfung begann: „Waren wir auch noch so unterschiedlich, eins hatten alle gemeinsam vor Augen: Das Ziel – den Ausbildungsabschluss bzw. den Meistertitel zu erreichen. Schon zum Anfang habt Ihr wichtige Voraussetzungen zum Durchhalten mitgebracht: Technisches Verständnis, handwerkliche Kompetenzen, aber auch die Lernfähigkeit, den eigenen Willen und vor allem viele weitere persönliche Stärken, die Euch vor dem Aufgeben bewahrt haben. Jeder hat sich in dieser Zeit auf seine Weise fachlich und menschlich weiter entwickelt und stehe nun vor einem neuen Weg in eine neue Zukunft.“

Matthias Dickel, Obermeister der Zimmererinnung Westfalen-Süd, begrüßte in seiner Ansprache die zahlreichen Gäste und die Absolventen.

Auf ihre ganz eigene, besondere und humorvolle Art verstand es „Hettwich vom Himmelsberg“, alias Anja Geuecke mit ihren „Geschichten“ zu begeistern und zum Nachdenken, Schmunzeln und zum herzhaften Lachen und sogar zum Singen zu bringen. Sie rückte die Wertschätzung der jungen Handwerker in den Fokus und ließ es sich nicht nehmen, die Unterschiede des Sauerlands, Siegerlands und des Wittgensteiner Lands näher zu betrachten.

Der Bürgermeister der Stadt Olpe, Peter Weber, richtete in seinem Grußwort seine Glückwünsche an alle Absolventen der Abschluss-, Gesellen- und Meisterprüfung: „Mit ihrer bestandenen Prüfung haben Sie eine gute, ich würde mit Blick auf die heutige Situation im Handwerk sogar sagen, sehr gute Grundlage für Ihren weiteren beruflichen Lebensweg geschaffen.“ Er dankte auch allen an der Ausbildung Beteiligten: „Sie sorgen dafür, dass der Nachwuchs gut auf das Berufsleben vorbereitet wird, sie halten seit Jahr und Tag ein hohes Niveau. Ich kann nur sagen, dass ich sehr froh bin, dass bei uns in Südwestfalen viele Betriebe und Unternehmen eine gute und solide Ausbildung des Nachwuchses ermöglichen und Ausbildungsplätze anbieten. Das Handwerk ist und bleibt die Wirtschaftsmacht von nebenan und es ist unverzichtbar, um den Wirtschaftsstandort Deutschland zu sichern.“

Leon Klappert und Mark-Benedikt Betz, beide Absolventen des Dualen Studiums Bauingenieurwesen (Fachrichtung: Beton- und Stahlbetonbauer), gaben einen eindrucksvollen Rückblick auf die Erlebnisse und das Gelernte ihrer Ausbildungszeit. „Wir erlernten im Ausbildungszentrum weitaus mehr, als nur das nötige Know-How für den angestrebten Beruf. Soziale Kompetenzen, Verantwortungsbewusstsein, Disziplin und Respekt prägten unsere Zeit dort sehr. Sie waren sich einig: „Das Erlebte werden wir ein Leben lang nicht vergessen.“

Der Handwerkstradition verbunden zeigte sich Kreishandwerksmeister Frank Clemens. Er hielt seine Festansprache als Dachdeckermeister in seiner Zunftkleidung und forderte die junge Leute auf, zu ihrem Handwerk zu stehen und Werbung dafür zu machen: „Seien Sie mit Begeisterung dabei und zeigen Sie auch diese Begeisterung nach außen.“ Dass man mit der Zunft auch neben der Arbeit unterwegs sein kann, erläuterte er in seinem anschaulichen Bericht über seine Erfahrungen auf den Wanderungen des Jacobswegs nach Santiago de Compostella. Die unterschiedlichsten Menschen mit den verschiedensten Beweggründen lerne man auf dem Pilgerweg kennen. Gerade in diesem Jahr sei ihm aufgefallen, dass viele junge Menschen unterwegs waren. „Unser Handwerk lebt von Traditionen, auch von traditioneller Handwerkskunst und Fertigkeiten. Da können und sollen wir alle stolz drauf sein. Aber das Handwerk hat noch viel mehr zu bieten. Denn gerade in den letzten Jahren haben sich viele spannende neue Materialen und Techniken herausgebildet. Auch bei der Digitalisierung ist das Handwerk vorne mit dabei. Aber um hier Schritt zu halten, brauchen wir gut ausgebildete Menschen, die mit der modernen Technik umgehen können. Dass wir uns darum wieder weniger Sorgen machen müssen, haben Sie gesorgt.“ und ergänzte: „Allerdings bedeutet das auch, dass Sie sich immer wieder neu weiterbilden müssen, um mit der Entwicklung mit zu halten.“ Er gratulierte den Absolventen zu ihrem erfolgreichen Abschluss und wünschte ihnen für die berufliche, aber auch private Zukunft alles Gute und schloss mit dem Gruß: „Gott schütze das ehrbare Handwerk.“

Für die Berufsgruppen Maurer, Beton- und Stahlbetonbauer und Straßenbauer überreichten Klaus Fenster (IHK Siegen), der Schulleiter des Berufskollegs Technik, Manfred Kämpfer, sowie Fachlehrer Andreas Koal und Mitglieder der Prüfungsausschüsse, Henning Münker, Daniel Helmig, Stefan Debus und Jonas Deppe, die Prüfungszeugnisse und Gesellenbriefe.

Für die Zimmerer-Innung Westfalen-Süd und die Zimmerer-Innung Hagen überreichten die Obermeister Matthias Dickel und Klaus Plohmann, die Prüfungsausschussvorsitzenden Peter Häner und Rainer Masannek sowie Fachlehrer Christian Brylla und Elmar Bomke den Facharbeitern und Gesellendes Zimmererhandwerks ihre Zeugnisse.

Die Überreichung der Prüfungszeugnisse an die 11 Teilnehmer, die ihre Meisterprüfung im Straßenbauerhandwerk (der Teil I und Teil II) erfolgreich absolviert haben übernahmen die Prüfungsausschussmitglieder Sascha Müller von der Handwerkskammer Südwestfalen, Eckhardt Vetter sowie Raif Pramenkovic und Peter Stenger.

Elf Teilnehmer der Gesellenprüfung wurden als Prüfungsbeste ausgezeichnet.

Die Auszeichnung „Prüfungsbester“ wird demjenigen erteilt, der die Note „sehr gut“ in dem einen und mindestens die Note „gut“ in dem anderen Prüfungsteil (praktisch bzw. theoretisch) erreicht hat.

In diesem Jahr erhielten vier Maurer, drei Beton- und Stahlbetonbauer,  zwei Zimmerer und zwei Straßenbauer die Auszeichnung:

Alexander Buhl (Maurer)
Ausbildungsbetrieb: Baugeschäft Jens Theis, Stein-Neukirch

Dennis Debus (Maurer)
Ausbildungsbetrieb: Arns Bau GmbH, Wenden

Oliver Dietrich (Maurer)
Ausbildungsbetrieb: Multibau GmbH & Co. KG, Bad Laasphe

Jan Peter Dommes (Maurer)
Ausbildungsbetrieb: Hubert Mees Bauunternehmung GmbH, Lennestadt

Florian Kohlberger (Beton- und Stahlbetonbauer)
Ausbildungsbetrieb: Bauunternehmung Günther GmbH & Co. KG, Netphen

Micha Hagemeier (Beton- und Stahlbetonbauer)
Ausbildungsbetrieb: W. Hundhausen GmbH, Siegen

Leon Klappert (Beton- und Stahlbetonbauer)
Ausbildungsbetrieb: Runkel Fertigteilbau GmbH, Wilnsdorf

Fabian Benger (Zimmerer)
Ausbildungsbetrieb: Hausbau Langer GmbH, Wenden

Nils Kuhmichel (Zimmerer)
Ausbildungsbetrieb: Kuhmichel-Holz, Bad Berleburg

Moritz Kampschulte (Straßenbauer)
Ausbildungsbetrieb: Straßen- und Tiefbau GmbH, Kirchhundem

Simon Kreis (Straßenbauer)
Ausbildungsbetrieb: Straßen- und Tiefbau GmbH, Kirchhundem

Die elf Gesellen erhielten für ihre hervorragende Leistung eine Medaille mit Gravur. Zusätzlich durften sich alle Prüfungsbesten über einen Gutschein für ein Grillseminar (gestiftet von der SIGNAL IDUNA) und eine Bluetooth-Musikbox freuen.

Die unterhaltsame Moderation der Feierstunde übernahm Ayla Pilli (Freiberufliche Journalistin und Moderatorin).

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